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Der Zoo der Zukunft ist immer eine Reise wert

Freizeit-Tipp Masterplan: Feuerland komplettiert Südamerika in Leipzig

Leipzig. 

Leipzig. Die Zukunft hat begonnen. Als der Zoo Leipzig im Jahr 1878 eröffnet wurde, ahnte noch niemand, dass er 140 Jahre später zu einem der weit entwickelsten zoologischen Gärten der Welt gehören würde, der 160 Millionen Jahre Erdgeschichte präsentiert. Dies ist der Vision von Zoodirektor Jörg Junhold zu verdanken. Mit seinem Masterplan "Zoo der Zukunft" setzt er seit nun schon 18 Jahren das Konzept eines lebensraumnahen Zoos um, dem es um artgerechtes Zusammenleben der Tiere und Arterhaltung geht. Gerade die Zeiten, in denen Tierrecht und -schutz weitaus größere Prioritäten haben, als noch vor fünfzehn Jahren, machten ein Umdenken in Sachen Tierhaltung notwendig. Der Gedanke Tiere in Käfigen zu halten, schien nicht mehr zeitgemäß.

Bereits im Jahr 2010 belegte Leipzig den zweiten Platz im europäischen Zooranking hinter dem Wiener Zoo. Damals war das Konzept "Zoo der Zukunft" noch weit am Anfang. Seitdem hat sich viel getan. Unter der Einteilung in die Themenwelten Afrika, Asien, Pongoland, Gründer-Garten und Gondwanaland entstanden faszinierende neue Gehege. Zum Beispiel eine begehbare Flamingolagune, das riesige Affengebiet Pongoland, das Leoparden-Tal neben der Tiger-Taiga, die Kiwara-Savanne (auf der z.B. Giraffen, Zebras, Antilopen im Einklang gemeinsam leben), ein neuer Elefanten-Tempel, die Nashorn-Steppenlandschaft Kiwara-Kopje, das erste Koala-Haus in der Geschichte Leipzigs und vieles mehr.

Highlights: Gondwanaland, Himalaya und Südamerika

Das größte Highlight des Zoos bildet die nach dreijährigem Bau 2010 fertiggestellte Tropenhalle Gondwanaland. Sie ist einzigartig in Europa. Hier wird der Besucher bei subtropischen 26 Grad Celcius in eine spektakuläre Regenwaldnachbildung entführt. 24.000 tropische Pflanzen, ein Fluss und mehr als 300 exotische Tierarten finden in Leipzigs Dschungel ein Zuhause. Weiterhin zählt die 2017 fertiggestellte Hochgebirgslandschaft Himalaya zu den Höhepunkten. Die Roten Pandas und die stark vom Aussterben bedrohten Schneeleoparden fanden ein artgerechtes neues Zuhause. Damit wurde die Käfighaltung, wie sie noch in vielen Zoos fortgeführt wird, endlich aufgegeben.

Erst in diesem Jahr wurde pünktlich zum 140. Geburtstag am 17. Mai die neue Themenwelt Südamerika eröffnet. Mit den Lebensräumen Pampa, Patagonien und Pantanal zogen Weißrüsselnasenbären, Guanakos, Capybaras, Große Ameisenbären, Mähnenwölfe, Große Maras, Darwin Nandus und Chako Pekaris ein.

Bis 2020 soll Feuerland entstehen

Doch was sind die nächsten großen Ziele im über 70 Millionen teuren Masterplan? Nach Südamerika wird nun der vierte Bauabschnitt Feuerland bis 2020 umgesetzt. Im Südzipfel Südamerikas entsteht damit eine spektakuläre Wasserwelt für Pinguine und Robben mit einer Wellenanlage, die für echte Meeresstimmung sorgt und einem begehbaren Unterwassertunnel. Das Aquarium soll ebenfalls im Inneren komplett umgestaltet und modernisiert werden. Im letzten Bauabschnitt (2020-2022) soll eine große asiatische Inselwelt für die vorhandenen Vogelteiche entstehen.

Der Zoo Leipzig hat für die Messestadt eine besondere Bedeutung. Mit 1,65 Millionen Besuchern im Jahr, zählt der Zoo zu den Top Five der erfolgreichsten in Deutschland. Vor allem im Umwelt- und Artenschutz engagiert sich Leipzig stark, erhielt sogar als erster deutscher Zoo 2014 die EMAS-Urkunde (Eco Management and Audit Scheme) für sein Umweltmanagementsystem. Das Unternehmen engagiert sich ebenfalls in internationalen Zuchtprogrammen und verantwortet die internationale Zuchtbücher. Mit der Einführung des freiwilligen Artenschutz-Euros im Jahr 2017 bietet der Zoo seinen Besuchern die Möglichkeit, sich unmittelbar am internationalen Engagement zum Schutz bedrohter Tierarten zu beteiligen. Erst in dieser Woche wurde der Fußabdruck von Elefanten-Bulle Voi Nam für ein Artenschutzprojekt in Sri Lanka für 755 Euro versteigert.

Für Familien bietet der Zoo ein ideales Ausflugsziel. Bis 30. September hat er täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Kinder bis 16 Jahre zahlen 13 Euro und Erwachsene 21 Euro Eintritt.



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