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Deutsche Damen sind Vize-Weltmeister - erstmals seit 29 Jahren MZ am Start

Enduro 94. Sechstagefahrt endete am Samstag in Portugal

Nachdem die Damen-Trophy Mannschaft 2012 Vize-Weltmeister bei der Sechstagefahrt in Sachsen wurde, gelang es nun Selina Schittenhelm aus Urbach (Baden-Württemberg), Anne Borchers aus Leps (Sachsen-Anhalt) und Maria Franke aus Zeitz (Sachsen-Anhalt), die für das KTM-Team-Sturm aus Zschopau antritt, den Erfolg zu wiederholen. Das Trio wurde bei der 94. Sechstagefahrt, die am Samstag im portugiesischen Portimao endete, hinter den US-Amerikanerinnen Rebecca Sheets, Brandy Richards und Tarah Gieger Zweiter.

Den Löwenanteil trug dabei Maria Franke, die am Mittwoch und damit am Fahrtag Nummer 3 28 Jahre alt wurde. Die Zeitzerin, die 2017 im Team Sturm Enduro-Weltmeisterin wurde und bereits 2016 mit Platz 3 (Trophy Damen) für Furore sorgte, war nicht nur schnellste Deutsche, sondern geht auch als Damen-Gesamtsiegerin aus der diesjährigen Sechstagefahrt hervor. Unglaublich, denn erst seit diesem Jahr sitzt sie wieder im KTM-Sattel, nachdem sie sich 2018 vom Endurosport eine Auszeit genommen hatte. Im August des vorigen kam dann ihr Sohn Franz zur Welt. Und nun mischt sie schon wieder ganz vor mit, erst wenige Tage alt ist ihr Titel der DMSB Enduro Meisterin eindrucksvoll mit 6 Siegen in 6 Wettkämpfen.

Erst seit einigen Jahren wurde die Vintage Trophy ins Programm der Sechstagefahrt (ISDE) aufgenommen, deren Starter auf ihren betagten Oldtimer-Maschinen nur drei Tage und damit die Hälfte im Vergleich zum Rest der Fahrer unterwegs sind. Bei der letzten Auflage in Chile siegte Deutschland erstmals mit Jens Bossdorf, Sven Roth und dem Lengefelder Jens Oestreich. Bei der diesjährigen ISDE griffen drei Tage später 123 Vintage-Trophy-Starter ins Geschehen ein. Dabei war das Comeback einer Marke aus Zschopau zu erleben. Erstmals nach 29 Jahren waren wieder MZ-Motorräder bei einer Sechstagefahrt dabei. Letztmalig waren bei der 65. Auflage 1990 in Västerås in Schweden Jens Grüner, Frank Lohse und Mike Sydow in der Trophymannschaft auf der Zschopauer Marke unterwegs. Zusammen mit den Simson-Fahrern Thomas Bieberbach, Danilo Pörschke, der vor wenigen Tagen verstarb, und Mike Kallenbach, sprang damals der 6. Platz heraus. Insgesamt konnte die ostdeutsche Trophy-Mannschaft sieben Mal in den Jahren 1963 bis 1967, 1969 und nochmals 1987 den Titel an sich reißen. Teil des damaligen Teams im polnischen Jelenia Gora war Uwe Weber. Der heute 57-jährige Hohndorfer beendete 1995 zwar seine erfolgreiche Enduro-Laufbahn, war aber nun mit Johannes Steinel und Jens Bossdorf (beide SWM), Teil des Vintage-Veterans-Trophy-Teams. Und Uwe Weber kann es noch. Mit der Mannschaft holte er Silber hinter den Enduro-Legenden aus Italien Mario Rinaldi, Giovanni Sala und Stefano Passeri. Auch in der Vintage Trophy wurde Uwe Weber mit Jens Oestreich und Johannes Steinel hinter den Siegern Giovanni Sala, Mario Rinaldi und Alessandro Zamparutti, Zweiter.

Neben der Marke MZ waren 32 weitere Oldtimer-Fabrikate, darunter Maico, Moto Guzzi, Zündapp, Bultaco oder Montesa und Morini vertreten. In der Trophy, deren Titel an die USA ging, wurden Robert Riedel, Björn Feldt, Edward Hübner und Angus Heidecke, hinter den erfolgsverwöhnten Franzosen Siebte. Die Junior-Trophy platzte aufgrund des Ausfalls von Mike Kunzelmann bereits am ersten Tag und wurde damit auf dem letzten Platz zurück gereicht. Als dann noch am 4. Fahrtag Jan Allers ausschied, war nur noch Yanik Spachmüller verblieben, mehr als Platz 14 wurde es leider nicht.



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