Die Sachsen - ein schlafloses Volk?

Gesundheitsreport DAK: 1,35 Mio. im Freistaat schlafen schlecht

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Foto: mactrunk/Getty Images/iStockphoto

Dresden. Die Sachsen schlafen schlecht. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der DAK-Krankenkasse. Rund 70 Pozent der Erwerbstätigen fühlen sich von Schlafproblemen betroffen. Hochgerechnet auf alle Sachsen sind das immerhin 1,35 Millionen Menschen. In der aktuellen Studie der DAK wurden mehr als 5.000 Erwerbstätige im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt.

Insomnie heißt das Problem

Die besonders schwere Schlafstörung, die auch Insomnie genannt wird, vereint Probleme wie Ein- und Durchschlafstörungen, schlechte Schlafqualität sowie Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Davon ist jeder zehnte Beschäftigte betroffen. Damit hat sich die Zahl der Betroffenen seit 2009 mehr als verdoppelt. "Schlafstörungen sind nicht mehr nur ein Nischenproblem", erläutert Christine Enenkel, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Sachsen. "Die Zahlen sind alarmierend, wenn man die Beeinträchtigungen bedenkt, die mit den Störungen einhergehen."

71,4 Prozent der Befragten berichten von Ein- und Durchschlafproblemen. In einer Untersuchung vor sieben Jahren konnte hingegen noch die Mehrheit (54,9 Prozent) gut schlafen. Dies überträgt sich auch auf die Fehltage am Arbeitsplatz. Allerdings geht ein Großteil der Betroffenen wegen ihrer Schlafprobleme nicht zum Arzt. Lediglich sechs Prozent haben deswegen einmal die Praxis aufgesucht.

Schlafstörungen müssen uns wachrütteln

Enenkel betont außerdem, dass Schlafstörungen leicht unterschätzt werden. Bei Schlecht-Schläfern steigt das Risiko für beispielsweise Stoffwechselerkrankungen, emotionale Störungen, Bluthochdruck oder Herzschäden. Ein Auslöser von Schlafproblem kann möglicherweise das Smartphone sein. "Viele Menschen haben nachts das Smartphone an der Steckdose, können aber ihre eigenen Akkus nicht mehr aufladen", sagt Enenkel. Auch starker Termin- und Leistungsdruck, Überstunden, Nachtschichten und auch abendlicher TV- und Computerkonsum sind wichtige Risikofaktoren.

Was kann man tun?

Im Zuge dieser Entwicklungen hat die DAK-Gesundheit eine Schlafberatung in Form einer "Schlaf-Hotline" eingerichtet. Unter der Rufnummer 040/325325805 geben Mediziner rund um die Uhr Tipps und Hinweise. Unter www.dak.de/schlaf gibt es außerdem viel Wissenswertes zum Thema gesunder Schlaf sowie ein Schlaftagebuch.