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Die Schätze eines Buchdruckers

Sammlung Nach Auflösung des Museums in Zschopau muss Manfred Schöne historische Technik auslagern

Zschopau. 

Zschopau . Fans und Liebhaber historischer Buchdruck-Technik könnten bei Manfred Schöne fündig werden. Der Grünhainichener, der trotz seiner mittlerweile 79 Jahre immer noch eine Druckerei samt Stempelherstellung betreibt, verfügt über zahlreiche interessante Exemplare aus längst vergangenen Zeiten. Präsentiert hat er sie bislang im Buchdruckmuseum auf Schloss Wildeck in Zschopau. Doch weil diese rund 120 Quadratmeter im Zuge des neuen Nutzungskonzeptes des Schlosses nun für andere Zwecke vorgesehen sind, muss Schöne seine Raritäten nun Lagerräume schaffen beziehungsweise Abnehmer dafür finden.

Familie bleibt der Tradition treu

"Das meiste davon stammt aus unserem Familienbesitz", erklärt der Erzgebirger und verweist stolz auf seine Vorfahren. Einer davon, Friedrich August Schöne, habe 1830 die erste Zeitung in Zschopau herausgebracht. "In meiner Familie war so ziemlich jeder Buchdrucker", sagt Schöne, der sich mittlerweile in vierter Generation diesem Handwerk widmet. Bis zur Wende habe er noch vieler Werkzeuge seines Vaters und mitunter auch seines Großvaters selbst verwendet. Doch weil wenig später der Computer viele Aufgaben übernahm, "waren viele Sachen mit einem Schlag überholt und nicht mehr wettbewerbsfähig", erinnert sich Schöne an die 1990er-Jahre.

Fast drei Jahrzehnte gewachsen

Dass zu jener Zeit Spenden fürs Schloss gesucht wurden, kam dem Buchdruck-Experten gelegen. Geld hatte er zwar nicht zu verschenken. Dafür räumte er 1995 die ersten Exemplare seiner historischen Technik in den ehemaligen Stallbereich des Schlosses. "Mit der Zeit wurde alles restauriert", so Schöne. Nicht nur die Räume selbst wurden interessanter, sondern auch seine Ausstellung: "In 27 Jahren ist immer mehr dazugekommen." Dicht gedrängt lagerten dort wahre Schätze aus vergangenen Zeiten der Druckkunst, die Schöne nun auslagern muss. Weil der Dauerleihvertrag abgelaufen ist, hofft er, dass die historische Technik nun anderswo zur Geltung kommt. Er muss die Ausstellungsstücke erst einmal zwischenlagern, würde sie dann aber gern verkaufen oder Städten und Museen zur Verfügung stellen. Der Original-Nachbau einer Gutenberg-Presse, einst auf Schloss Wildeck zu bewundern, steht zum Beispiel seit einem Monat in Südkorea.

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