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Digitales Lernen und Homeschooling - mit Sicherheit!

Ratgeber Worauf Eltern bei den digitalen Aktivitäten ihrer Kinder achten sollten

Ob Lernplattformen, Wissens-Apps, Lern-Videos oder Unterricht als Videokonferenz - digitales Lernen ist spätestens seit dem vergangenen Jahr für die meisten Schüler zum Alltag geworden. Doch digitales Lernen bedeutet auch, sich der Risiken der digitalen Welt bewusst zu sein. Worauf Eltern bei den Internet-Aktivitäten ihrer Kinder achten sollten, weiß Percy Wippler, Digitalexperte der Ideal Versicherung.

Das A und O: der Basisschutz

Die meisten Erwachsenen kennen das bereits: Einmal falsch geklickt, schon sitzt man in der Abo-Falle oder hat sich gar einen digitalen Virus oder eine Schadsoftware eingefangen. Entsprechend vorsichtig sind heutzutage die meisten Eltern im Internet unterwegs. Anders verhält sich das bei Kindern, die ihrer natürlichen Neugier ein ums andere Mal erliegen. Deshalb gilt: Egal ob es sich um den Laptop der Eltern oder des Nachwuchses handelt: "Alle Geräte benötigen einen Basisschutz", sagt Percy Wippler. Das heißt: Automatische Updates aktivieren. Ebenso wichtig sind eine Firewall und ein Virenschutzprogramm. Sie bieten den notwendigen Schutz vor Computerviren in E-Mails, auf Internetseiten und bei Downloads. Nutzen Eltern und Kinder ein Gerät gemeinsam, sind verschiedene Nutzerkonten mit unterschiedlichen Rechten sinnvoll - besonders bei jüngeren Kindern. Sie können dann nur die von den Eltern freigeschalteten Anwendungen nutzen.

Inhalte und Nutzungsdauer begrenzen

Eine weitere Option ist die Installation eines Jugendschutzprogramms: "Damit können Eltern mittels Filter festlegen, welche Inhalte ihre Kinder im Internet sehen können", erläutert der Digitalexperte. Auch die Nutzungszeiten können begrenzt werden. Jugendschutzprogramme sind häufig Bestandteil von Virenschutzprogrammen und Betriebssystemen. Zudem gibt es sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Programme im Internet. Weitere Informationen bietet die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) unter www.kjm-online.de. All diese Sicherheitsmaßnahmen sind auch bei vielen Smartphones möglich. Nutzt der Schüler ein Tablet oder Laptop, das ihm die Schule gestellt hat, sollten Eltern nachfragen, über welche Schutzfunktionen das Gerät verfügt.

Seriöse Apps aus bekannten Stores

Apps können den Kleinen beim Buchstabieren und Einmaleins-Lernen helfen, ältere Schüler unterstützen sie beim Büffeln von Vokabeln oder beim Mathepauken. "Doch auch hier gilt es, an die Sicherheit zu denken", rät Wippler. Beim Herunterladen einer App sollten Eltern auf seriöse Anbieter achten und beispielsweise die Angebote aus dem App-Store des Smartphones oder Tablets verwenden. Unbekannte Stores empfiehlt Wippler zu meiden. Ebenso wichtig ist es zu prüfen, auf welche Funktionen des Geräts die App zugreift. Nicht immer sind Kamera, Mikrofon oder Ortungsdienste notwendig. Falls sich ungerechtfertigte Zugriffe unter "Einstellungen" nicht abschalten lassen, sollte die App unter Umständen nicht installiert werden. Sogenannte In-App-Käufe unbedingt prüfen! Einige kostenlose Apps schalten bestimmte Funktionen nur gegen Bezahlung frei. Das kann gerade bei Kindern zu ungewollt hohen Mobilfunkrechnungen führen. Daher empfiehlt Wippler den Eltern, solche Käufe nur bei Eingabe eines Passworts zuzulassen oder sie in den Sicherheitseinstellungen des Betriebssystems zu deaktivieren.

Persönliche Daten so zeitig wie möglich schützen

Den Einzug des Internets in den Schulalltag der Kinder sollten Eltern dazu nutzen, den Nachwuchs über den Schutz der eigenen Daten aufzuklären. "Grundsätzlich gilt: So wenig persönliche Daten wie möglich weitergeben", informiert Wippler. Das betrifft neben Name und Adresse auch Telefonnummer, Geburtsdatum, Passwörter, IDs für Messenger-Dienste sowie Bilder und Videos. So vermeidet man Spuren im Internet, die Jahre später, beispielsweise in einem Bewerbungsverfahren für einen Job, nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Außerdem erschwert es Fremden die Kontaktaufnahme mit den Kindern. Der Experte rät, den Nachwuchs auch über einen Datendiebstahl zum Beispiel über Spam-Mails und die damit verbundenen Gefahren zu informieren. "Das ist gerade beim digitalen Unterricht wichtig, da die Kommunikation mit Mitschülern und Lehrern häufig auch über E-Mails abläuft." Ein weiterer Punkt: Ein sicheres Passwort, das aus einer Mischung aus Klein- und Großbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen besteht. Je früher Kinder sich daran gewöhnen, sichere Passwörter zu wählen und diese auch geheim zu halten, desto sicherer sind sie auch später in der digitalen Welt unterwegs.