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Drei Corona-Fälle in Chemnitz: Sachsens Gesundheitsministerium richtet Krisenstab ein

gesundheit Ärzteschaft, Krankenhäuser, Apotheken, Landkreise und Städte werden dazugeladen

Das Gesundheitsministerium wird umgehend einen Krisenstab einrichten, um schnell und koordiniert die für die Eindämmung des Coronavirus nötigen Maßnahmen auslösen zu können. Das beschloss das Kabinett auf seiner heutigen Sitzung. Im Gesundheitsministerium wird dafür das ohnehin bereits täglich tagende Gremium um Vertreter anderer Ministerien erweitert. Den Vorsitz übernimmt Gesundheitsministerin Petra Köpping bzw. in ihrer Vertretung ein Staatssekretär Uwe Gaul. Je nach Bedarf werden Vertreter von Ärzteschaft, Krankenhäusern, Apothekern, Landkreisen und Städten dazugeladen. Der Krisenstab bekommt den Namen "Corona". Ebenfalls wurde vermeldet, dass sich auch zwei Chemnitzer mit dem neuartigen Virus infiziert haben. Damit erhöht sich die Anzahl der bestätigten Fälle im Freistaat auf 18.

"Wir haben jetzt achtzehn Infektionsfälle mit dem Coronavirus in Sachsen. Am Wochenende erfolgte die Ansteckung mit dem Virus erstmals in Sachsen von Mensch zu Mensch. Die Lage ist ernst. Deshalb wird das ohnehin seit zwei Wochen täglich tagende Gremium zum Krisenstab ernannt", erklärt Gesundheitsministerin Petra Köpping. Sie ergänzt: "Wir sind mit der stetigen Zunahme der Fallzahlen in den letzten Tagen an einem Punkt angekommen, an dem wir feste Krisenstrukturen benötigen, um schnell entscheiden zu können, wie die Corona-Epidemie verlangsamt und eingedämmt werden kann."

"Wir haben unseren Bedarf an den Bund gemeldet"

Sie wird aber nicht den Bedarf decken können. "Wir haben unseren Bedarf an den Bund gemeldet und freuen uns, wenn wir von dort mit der nötigen Schutzkleidung versorgt werden. Aber wir bemühen uns auch noch mal separat, um wirklich alle kleinen und lokalen Hersteller einzubeziehen, die bei einer Ausschreibung des Bundes nicht zum Zuge kommen würden. Die Bewältigung der Coronakrise darf nicht an fehlender Schutzkleidung scheitern. Und es dürfen auch nicht andere medizinische Behandlungen beeinträchtigt werden, weil jetzt alle Masken und Schutzkittel für den Kontakt mit mutmaßlichen Coronapatienten verwendet werden", betont Ministerin Köpping. Es dürfen auch kleine Liefermengen nicht verloren gehen. Unsere landesinterne Ausschreibung nützt auch der sächsischen Wirtschaft."

"Ich appelliere an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger"

Zum Verhalten bei Veranstaltungen mit vielen Besuchern empfiehlt die Gesundheitsministerin: "Ich appelliere an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger. Bitte überlegen Sie gut, welche Veranstaltungen Sie momentan tatsächlich besuchen wollen und müssen, oder auf welchen Besuch des Theaters, Kinos, eines Dorffestes sie eventuell verzichten können. Den Veranstaltern von Großereignissen, Oberbürgermeistern und Landräten, rate ich dringend, ihre Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger wahrzunehmen. Veranstaltungen, die von internationalen Gästen besonders aus Corona-Risikogebieten besucht werden, sollten abgesagt werden oder ohne Besucher stattfinden. Gleiches gilt für Veranstaltungen, Kultur- oder Sportereignisse zu denen Besucher aus Bundesländern wir Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern erwartet werden, da es dort bereits sehr viele Erkrankungsfälle gibt. Eine Absage ist für mich keine Frage der Besucher- und Zuschauerzahl, sondern der Herkunft der Gäste. Veranstaltungen in Gesundheits- oder Pflegeeinrichtungen sollten gut abgewogen werden, um nicht wichtige Akteure der Gesundheitsversorgung oder besonders gefährdete Bewohner oder Patienten ggf. anzustecken."

Update 15 Uhr: Dritter Fall in Chemnitz bestätigt

In der Stadt Chemnitz gibt es nun drei bestätigte Fälle von Personen, die mit dem Coronavirus erkrankt sind. Darüber informierte heute Sozialbürgermeister Ralph Burghart. Die Personen gehören zu einer Reisegruppe, die aus Südtirol kommend sich direkt beim Gesundheitsamt gemeldet hat und in häuslicher Quarantäne befindet. Zum jetzigen Stand zeigen die drei betroffenen Personen nur leichte Symptome.

In diesem Zusammenhang bittet das Gesundheitsamt der Stadt Chemnitz die Bürgerinnen und Bürger, die in den letzten 14 Tagen in einem der benannten Krisengebiete waren, sich direkt beim Gesundheitsamt zu melden, auch wenn keine Krankheitssymptome vorliegen.  Bis dahin sollten sie zu Hause bleiben und unnötige Kontakte zu anderen Personen vermeiden. Auch sollen sich Personen, die mit einer nachweislich am Coronavirus erkrankten Person in den letzten 14 Tagen persönlichen Kontakt hatten, sich telefonisch im Gesundheitsamt melden. Nur wenn deutliche Krankheitssymptome wie Fieber, Husten oder Atemnot auftreten, melden sich Betroffene bitte ausschließlich telefonisch bei ihrem Hausarzt oder beim hausärztlichen Bereitschaftsdienst. Dies gilt auch für Erkrankte ohne Kontakt in definierte Risikogebiete. Täglich aktualisierte Informationen erhalten Chemnitzerinnen und Chemnitzer über das Bürgertelefon 0371 488-5321. Weitere verlässliche Informationen gibt es unter www.rki.de oder unter www.chemnitz.de  

Informationen zu Messen und Events

Das Robert-Koch-Institut hat Italien (gesamtes Land), die Provinz Hubei inklusive der Stadt Wuhan, die Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang) in Südkorea sowie den gesamten Iran als Risikogebiete eingestuft. Veranstalter von Messen, Konzerten oder anderen Events sind gebeten, ein Formular, das auf der Homepage der Stadt hinterlegt ist, auszufüllen und an das Gesundheitsamt zu schicken. Dann entscheidet das Gesundheitsamt in Abstimmung mit dem Veranstalter und der Stadt Chemnitz, ob die Veranstaltung stattfinden kann.

Alle Informationen über das Coronavirus gibt es hier.



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