In Görlitz ist am Montagnachmittag kurz vor 17.30 Uhr ein Haus in der James-von-Moltke-Straße aus bislang ungeklärter Ursache eingestürzt. Am Dienstagmorgen gibt es immer noch keine Entwarnung auf der Suche nach Vermissten.
Zahlreiche Einsatzkräfte rückten unmittelbar nach dem Vorfall mit einem Großaufgebot an, um die Lage zu sichern und mögliche Betroffene zu suchen.
Feuerwehr, Rettungsdienst und THW im Großeinsatz
Neben der Feuerwehr und dem Rettungsdienst wurde auch das Technische Hilfswerk (THW), die Bundespolizei und der Katastrophenschutz zur Unterstützung angefordert. Die Einsatzkräfte sperrten den Bereich weiträumig ab und begannen mit Sicherungs- und Suchmaßnahmen rund um das eingestürzte Gebäude.
Straßenzug evakuiert – Ursache noch unklar
Aus Sicherheitsgründen wurde der betroffene Straßenzug zwischen der Emmerichstraße und der Schillerstraße großräumig evakuiert. Auf Nachfrage bei der Polizei Görlitz wurde die Möglichkeit eines Gasaustritts als Ursache für die umfassenden Maßnahmen genannt.
Die Ermittlungen zur Ursache des Hauseinsturzes laufen. Experten sollen klären, warum das Gebäude einstürzte und ob weitere Häuser gefährdet sind.
Polizei bittet Bereich zu meiden
Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, den Bereich rund um die James-von-Moltke-Straße zu meiden, damit die Rettungs- und Sicherungsarbeiten nicht behindert werden. Weitere Informationen sollen im Laufe des Abends folgen.
Update 19. Mai, 7.30 Uhr:
Aktuelle laufen die Suchmaßnahmen nach drei vermissten Personen unter den Trümmern des Mehrfamilienhauses in Görlitz. Über 100 Einsatzkräfte sind vor Ort. Darunter das THW aus mehreren Bundesländern sowie Feuerwehren, Katastrophenschutz und Suchhunde. Schaufel für Schaufel wird der Schutt des Gebäudes abgetragen. Der Einsatz wird noch mehrere Stunden, wenn gar Tage andauern. Aktuell besteht auch bei den benachbarten Gebäuden Einsturzgefahr, weshalb der Bereich großräumig abgesperrt ist.
Die betroffene Straße ist derzeit zwischen der Emmerichstraße und der Dr.-Kahlbaum-Allee voll gesperrt. Die Polizei bittet, sich nicht in den Sperrbereich zu begeben und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten. Zur Ursache des Einsturzes wird die Kriminalpolizei nach Abschluss der Rettungsarbeiten Ermittlungen führen.
Nach Aussage der Polizei ist zunächst von fünf vermissten Personen ausgegangen worden. Es ist bestätigt, dass sich zwei von den fünf Personen zum Zeitpunkt des Einsturzes nicht im Haus befanden und wohlauf sind. Es wird aktiv nach den verbleibenden drei Personen in den Trümmern gesucht, die Rettungsaktion läuft auf Hochtouren.
Die Helfer müssten nach wie vor vorsichtig vorgehen: Noch immer trete Gas aus. Das entsprechende Gasleck liege unterhalb der Trümmer und können aktuell technisch nicht behoben werden. „Wir haben ständig Messgeräte im Einsatz“, sagte Polizeisprecherin Anja Leuschner mit Blick auf die Gaskonzentration in der Luft. Eine erneute Explosion sei aber nicht zu erwarten. Die Suche müsse auch deshalb mit viel Vorsicht durchgeführt werden, um mögliche Hohlräume in den Trümmern nicht zu zerstören, so Leuschner.
Zwei der ursprünglich fünf Vermissten waren kurz nach Mitternacht aufgetaucht. Die Feriengäste seien noch auf der Anreise gewesen. „Sie hatten das Glück, dass sie noch nicht da waren“, so Leuschner. Wie die dpa berichtet, soll es sich bei den verbleibenden Vermissten um zwei junge Frauen und einen Mann handeln.
Weiträumige Absperrungen Nach dem Zusammensturz des Gebäudes in der James-von-Moltke-Straße unweit des Görlitzer Bahnhofs war die Unfallstelle zunächst weiträumig evakuiert und abgesperrt worden. In dem eingestürzten Haus befanden sich nach Angaben der Polizei Miet- und Ferienwohnungen.
Update 19. Mai, 9.32 Uhr:
„Jeder Stein, jedes Brett muss per Hand angehoben werden, um eventuelle Hohlräume, in denen sich Gas angesammelt haben könnte, zu entdecken“, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr Görlitz, Sebastian Schramm.
In der Nacht waren fünf Hunde im Einsatz gewesen - nach Feuerwehrangaben krochen sie in kleinste Höhlen. Der Einsatz werde mindestens den ganzen Tag und zur Not auch die kommende Nacht andauern
Die genaue Ursache stehe noch nicht 100 Prozent fest, erläuterte Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU). Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus. Vermisst werden noch zwei rumänische Frauen im Alter von 25 und 26 Jahren und ein Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit im Alter von 48 Jahren.
Man sei dabei, eine Lösung für das Problem des ausstehenden Gases zu finden, betonte Schramm. Unklar sei, in welchem Umfang Gas noch ausströmt. Baustatiker waren inzwischen vor Ort, Häuser links und rechts der Einsturzstelle könnten später wieder bezogen werden, aber nicht, bevor die Personensuche abgeschlossen sei. Von den 54 Leuten, die von der Evakuierung betroffen sind, sind vier in einer städtischen Villa untergebracht, andere kamen etwa zu Verwandten.
Update 19. Mai, 11.15 Uhr:
Die Ermittlungen zur Ursache dauern weiter an. Seit 10 Uhr befindet sich ein Polizeisprecher im Einsatzraum. Bis auf weiteres ist im gesamten Stadtgebiet von Görlitz mit erheblichen Verkehrseinschränkungen zu rechnen. Reisenden in Richtung Polen werden Ausweichstrecken über Radmeritz, Hagenwerder sowie Ludwigsdorf empfohlen.
Update 19. Mai, gegen 15.45 Uhr
Fast einen Tag nach dem Einsturz eines Hauses im sächsischen Görlitz geben die Einsatzkräfte die Hoffnung nicht auf, doch noch Überlebende zu finden. „Ich denke, es ist jedem bewusst, dass wir hier nach drei Menschen suchen, die vermutlich auch nicht mehr als Menschen zu identifizieren sind“, sagte die Leiterin der Feuerwehr in Görlitz, Anja Weigel. Vor allem Schutt und Staub machten es notwendig, ganz genau hinzuschauen.
Die Hoffnung sterbe zuletzt, betonte Weigel. „Aber wir sind uns einig, dass die Wahrscheinlichkeiten mit jeder Stunde sinken.“ Vor Ort waren neben deutschen auch polnische Einsatzkräfte, unter ihnen auch Ehrenamtliche.
Das Gründerzeithaus unweit des Görlitzer Bahnhofs stürzte am frühen Montagabend ein. Vermisst werden noch zwei rumänische Touristinnen im Alter von 25 und 26 Jahren und ein 48 Jahre alter Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit, der sich aus beruflichen Gründen in Görlitz aufgehalten hatte. Zwei der ursprünglich fünf Vermissten waren kurz nach Mitternacht aufgetaucht - die beiden Feriengäste waren noch auf der Anreise. In dem eingestürzten Haus befanden sich nach Angaben der Polizei Miet- und Ferienwohnungen.
Weigel betonte, dass nicht auszuschließen sei, dass noch mehr Menschen unter den Trümmern liegen. Keiner der Zeugen habe sagen können, ob sich zum Zeitpunkt der Explosion Menschen vor dem Haus befanden. „Wir müssen also von einer Personenanzahl X ausgehen, die sich möglicherweise auf dem Gehweg befunden hat.“
Die Einsatzkräfte hatten kurz nach dem Einsturz mit der Suche nach möglichen Verletzten oder Toten begonnen. Ihre Arbeit wurde bis zum Dienstagnachmittag jedoch durch ein Gasleck erschwert, dass derzeit noch nicht behoben werden konnte.
„Wir haben momentan ganz intensive Arbeiten der Stadtwerke, die hier versuchen, an die Gasleitungen im größeren Umkreis heranzukommen, um die Sicherheit an der Einsatzstelle zu erhöhen“, beschrieb Weigel die Lage. Am frühen Nachmittag teilten die Stadtwerke Görlitz mit, die Gaszufuhr in dem betroffenen Gebiet abzustellen.
Update 19. Mai, gegen 17 Uhr
Die Stadt Görlitz schreibt auf ihrer Internetseite, dass erste Anwohner wieder in ihre Wohnungen gehen können. Weitere Infos sind hier zu finden.
Die Polizei informiert, dass auch am Mittwoch im gesamten Stadtgebiet von Görlitz mit erheblichen Verkehrseinschränkungen zu rechnen ist. Reisenden in Richtung Polen werden Ausweichstrecken über Radmeritz, Hagenwerder sowie Ludwigsdorf empfohlen.
Update 20. Mai, gegen 7.16 Uhr
In der Nacht zu Mittwoch konnte das Gas abgestellt werden. Während dieser Zeit mussten die Suchmaßnahmen aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden. Aktuell finden noch Stützmaßnahmen an der Seitenwand zum rechten Nachbarhaus statt. Anschließend werden die Einsatzkräfte mit der Suche nach den vermissten Personen fortfahren.
Auch am heutigen Tag ist im gesamten Stadtgebiet von Görlitz mit erheblichen Verkehrseinschränkungen zu rechnen. Reisenden in Richtung Polen werden Ausweichstrecken über Radmeritz, Hagenwerder sowie Ludwigsdorf empfohlen.
Update 20. Mai, gegen 10.46 Uhr
Anwohner der bislang noch gesperrten Häuser der James-von-Moltke-Straße 20, 22, 28, 29 und 30 können sich ab sofort bei Einsatzkräften an der Absperrung James-von-Moltke-Straße Ecke Dr.-Kahlbaum-Alle melden, um dann in Begleitung kurzfristig in ihre Wohnungen zu gelangen, um persönliche Gegenstände zu holen.
Nähere Informationen dazu entnehmen Sie bitte auch der fortlaufenden Medieninformation der Stadtverwaltung Görlitz.
Ein Polizeisprecher befindet sich weiterhin im Einsatzraum. Dieser ist unter der Rufnummer 0173 961 86 41 erreichbar. Für Anfragen werden Medienvertreter gebeten sich an der Mediensammelstelle Dr.-Kahlbaum-Allee Ecke James-von-Moltkestraße einzufinden.
Update der Polizei am 20. Mai, 20 Uhr
Aktuell sind die Suchmaßnahmen kurzzeitig unterbrochen worden, um eine technische Ortung mittels eines Sonars durchzuführen. Dazu muss absolute Stille am Einsatzort herrschen.
Update der Polizei am 21. Mai gegen 3 Uhr
Nach dem Einsatz eines Personensuchhundes am späten Mittwochabend fanden die Einsatzkräfte gegen 22.30 Uhr eine verschüttete Person unter den Trümmern. Daraufhin wurden die Suchmaßnahmen zunächst unterbrochen. Ein Notarzt kam zum Einsatz. Dieser konnte nur noch den Tod feststellen. Anschließend entfernten die Kameraden der Berufsfeuerwehr die Trümmer um die Person herum, damit sie geborgen werden konnte.
Die Kriminalpolizei und Kriminaltechniker kamen zum Einsatz, sicherten Spuren und nahmen die Ermittlungen auf. Die Beamten identifizierten die gefundene Person als die 25-jährige Vermisste aus Rumänien. Der Polizeiführer informierte gemeinsam mit Oberbürgermeister Octavian Ursu und einem Seelsorger die Angehörigen.
Noch während die Verstorbene geborgen wurde, gingen die Suchmaßnahmen in einigen Bereichen des eingestürzten Hauses weiter. Schließlich konnten die Arbeiten wieder im vollen Umfang aufgenommen werden. Ein Personensuchhund kam erneut zum Einsatz, damit die Kräfte die Suche so gezielt wie möglich an den angezeigten Stellen fortsetzen und so auch die übrigen vermissten Personen finden können.
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