Experten: Klimaveränderungen werden spürbarer

Bilanz Gegenwärtig hohes thermisches Niveau zu messen

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Foto: Thomas Schmotz

Dresden. Experten aus den Bereichen Wetter, Klima, Umwelt sowie Land- und Forstwirtschaft sind sich einig: Die Klimaveränderungen in unserer Region werden spürbarer. So gab es im vergangenen Jahr den 21. zu warmen Sommer in Folge. Auch Stürme, lokale Starkregen oder die Spätfröste im April 2017, die auf einen viel zu warmen März folgten, seien auf die Klimaveränderungen zurückzuführen.

Dieser Einschätzung liegt eine gemeinsame Auswertung des Landesumweltamtes Sachsen und des Deutschen Wetterdienstes zugrunde. Untersucht wurde, wie sich die Witterungen und Wetterphänomene in die sächsische Klimadiagnose einordnen lassen und welche Folgen sie auf Land- und Forstwirtschaft oder auf den Wasserhaushalt hatten.

Temperaturen steigen um 1,3 Grad

Als Bezug für die Bewertung diente die Klimareferenzperiode 1961 bis 1990. Das Jahr 2017 war demnach mit plus 1,3 Grad "viel zu warm". Niederschlag und Sonnenstunden bewegten sich trotz der leichter Überschüsse im normalen Schwankungsbereich.

"Differenzierter stellt sich das bei den Jahreszeiten dar", hieß es in einem Pressegespräch von Landesumweltamt und Wetterdienst. "Seit dem Sommer 2013 waren durchgehend alle Jahreszeiten wärmer. Das ist der längste zu warme Zeitraum seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 und dokumentiert das gegenwärtig sehr hohe thermische Niveau."

Darüber hinaus habe sich in den letzten drei Jahren aus der Abfolge der Jahreszeiten ein Muster abgezeichnet: Sie waren alle wärmer und mit Ausnahme des Herbstes 2017 auch sonnenreicher. Die anhaltende Trockenheit im Winter und Frühjahr 2016 wiederholte sich 2017. Darauf folgten wieder unwetterartige Gewitter mit Starkregen, Sturm, Hagel und schwülen Wettersituationen in den Sommermonaten sowie ein wechselhafter Herbst.

Die Folge für Landwirte:

Das durchschnittliche Ertragsniveau für Winterraps 2017 war enttäuschend niedrig. Dagegen konnten für Kartoffeln und Zuckerrüben die jeweils zweitbesten Hektarerträge seit 1991 in Sachsen erzielt werden. Die durchschnittlichen Erträge für Winterweizen, Sommer- und Wintergerste in Sachsen waren 2017 niedriger als in den drei Vorjahren, lagen jedoch über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Sturmtief "Herwart" verursachte zudem insgesamt etwa 690.000 Kubikmeter Schadholz in sächsischen Wäldern.