Flüchtlinge werden Willkommen geheißen und diskriminiert

Studie Offensive Diskriminierungen sind keine Einzelfälle

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Foto: Radek Procyk/Getty Images

Sachsen. Auf die Erfahrungen und Einstellungen von Geflüchteten im sächsischen Raum zielte die am Montag vorgestellte Pilotstudie "Flucht und Integration" des Forschungsnetzwerks Integrations-, Fremdenfeindlichkeits- und Rechtsextremismusforschung in Sachsen (IFRiS) ab.

Vorurteil: Flüchtlinge sind sehr religiös - falsch

Zumindest ein Teil der Ergebnisse stehe dabei im Kontrast zum Bild, das sich viele Menschen von Geflüchteten machen: Als sehr religiös bezeichnet sich etwa nur eine kleine Minderheit, die Mehrheit der von IFRiS befragten Geflüchteten bezeichnet sich als eher religiös und immerhin ein Drittel stuft sich als nicht oder eher nicht religiös ein.

Fast alle Befragten fühlen sich in Deutschland sicher, kein einziger unsicher. Über zwei Drittel der Befragten gaben zudem an, sich zudem in Deutschland willkommen zu fühlen. Rund vier von zehn Befragten berichten aber auch von persönlichen Diskriminierungserfahrungen.

Feststellung: Flüchtlinge zu befragen ist gar nicht so leicht

Die große Mehrheit der Studienteilnehmer möchte in einer Demokratie leben. Nur eine Minderheit hegt Sympathien für autoritäre Regime. Die Vorstudie brachte auch eine Reihe von methodischen Schwierigkeiten von Flüchtlingsbefragungen ans Licht. So erwies sich der Zugang zu den Flüchtlingsunterkünften sowie die Erfassung der politischen Einstellungen der Flüchtlinge als besonders schwierig.

Auf eine Reihe von Fragen antworteten nur wenige Studienteilnehmer. Gründe hierfür könnten laut IFRiS Probleme beim Verständnis dieser Fragen sein oder dass die Beantwortung mancher Frage aufgrund des kulturellen Hintergrunds als heikel empfunden wurde.

Dem Forschungsnetzwerk IFRiS gehören die Universitäten Dresden, Leipzig und Chemnitz sowie das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung in Dresden an.