Freistaat zieht erste Bilanz aus Corona-Hilfen

Wirtschaft Weniger Vorauszahlungen, mehr Stundungen

Sachsen zieht eine erste Zwischenbilanz der steuerlichen Hilfen in der Corona-Krise: "Bereits seit Anfang März bieten wir unbürokratisch steuerliche Hilfen an, mit denen vor allem betroffene Unternehmen ihre Liquidität verbessern können. Bislang wurden die Hilfsangebote sehr gut angenommen. Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Finanzämtern für ihren engagierten Einsatz im Sinne schneller Unterstützung", bilanziert Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann.

Vorübergehende Entlastung von Steuerzahlungen

Mit Stand 30. April haben die Finanzämter rund 52.700 Hilfsmaßnahmen bewilligt. Das Gesamtvolumen der steuerlichen Entlastung liegt aktuell bei etwa 530 Millionen Euro. Am meisten wurde die Herabsetzung von Steuervorauszahlungen genutzt. Auch Stundungen wurden häufig beantragt. Die Finanzämter haben über 14.600 Stundungen im Gesamtumfang von über 130 Millionen Euro gewährt. Die Betroffenen werden damit vorübergehend von Steuerzahlungen entlastet und können ihre Mittel zur Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz einsetzen.

Einplanung von 110 Millionen Euro

Zudem können Unternehmen seit Ende April durch eine vereinfachte Verrechnung prognostizierter Verluste aus dem Jahr 2020 mit Gewinnen aus dem Jahr 2019 zusätzlich Liquidität erhalten. Die Erleichterung erfolgt auf der Grundlage eines pauschal ermittelten Verlustrücktrags. "Insgesamt rechnen wir mit 110 Millionen Euro, die den Unternehmen in Sachsen durch diese Maßnahme zugutekommen", so die Einschätzung von Sachsens Finanzminister.