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Für wen ist eine Corona-Booster-Impfung sinnvoll?

Ratgeber Fragen und Antworten rund um die Auffrischungsimpfung

Trotz einer vollständigen Impfung gegen das Corona-Virus erkranken immer mehr Menschen an Covid-19. Diese sogenannten Impfdurchbrüche könnten in den nächsten Monaten häufiger vorkommen, weil die Wirkung der Impfstoffe mit der Zeit nachlässt - das Vakzin von Biontech/Pfizer beispielsweise alle zwei Monate sechs Prozent seiner Wirksamkeit verlieren. Die Abnahme sei natürlich, so das Unternehmen. Sie erfolge unabhängig von der gerade vorherrschenden Variante des Corona-Virus. Die Booster-Impfung soll Abhilfe schaffen. Doch ab wann und für wen ist so eine Auffrischungsimpfung sinnvoll?

Wer trägt ein erhöhtes Risiko für einen Impfdurchbruch?

Grundsätzlich gilt, dass Impfdurchbrüche nichts Ungewöhnliches sind und auch bei Impfungen gegen andere Krankheiten auftreten. Doch auch mit einer nachlassenden Wirkung sind Geimpfte deutlich besser geschützt als ungeimpfte Menschen. Schwere Verläufe sind nach wie vor die Ausnahme bei Menschen, die geimpft sind - ausschlaggebend dafür sind vor allem Vorerkrankungen. Auch für Menschen höheren Alters ist das Risiko eines Impfdurchbruchs erhöht.

Für wen ist eine Booster-Impfung wichtig?

Die Impfverordnung sieht die Möglichkeit zur Auffrischung grundsätzlich für alle vor, für die es zugelassene Impfstoffe gibt. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat Anfang Oktober Auffrischungsimpfungen aber vor allem für Menschen ab 70 Jahren, Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Bewohner von Pflegeheimen, Pflegepersonal und medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Patienten empfohlen. Auch Menschen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen haben, können ihren Schutz mit einem weiteren Piks verbessern. Experten gehen jedoch davon aus, dass Booster-Impfungen für alle impfbereiten Menschen ein halbes Jahr nach der Zweitimpfung einen eindämmenden Effekt auf die Verbreitung des Virus haben können. Man nimmt an, dass Israel sich so aus der vergangenen Welle "herausgeboostert" hat.

Gibt es Bedenken gegenüber Booster-Impfungen?

Ja. Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie an der Universitätsklinik Bonn, befürchtet im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass "nicht der Booster, sondern ein bisher unbekannter Faktor die Welle in Israel gebrochen hat. Für uns in Deutschland heißt das: Die Hoffnung auf den Booster als Lösung gegen die vierte Welle könnte sich als trügerisch erweisen", so der Virologe. Studien aus Israel hätten jedoch auch gezeigt: "Der Booster wirkt und kann schwere Verläufe verhindern." Das Gesundheitssystem würde aber eher entlastet, wenn Impflücken bei Menschen über 60 geschlossen werden - und weniger mit Drittimpfungen bei Mittzwanzigern.

Wird ein Booster auch für Genesene empfohlen?

Ja, nach Ansicht der Ständigen Impfkommission kann die Booster-Impfung bei diesen Personen ab vier Wochen nach Genesung durchgeführt werden. Aber auch wenn mehr als sechs Monate nach der Diagnose vergehen, reicht eine Impfstoffdosis zur vollständigen Grundimmunisierung aus. Genesenen, die bereits eine vollständige Impfserie mit einem Vektor-Impfstoff erhalten haben, wird ebenfalls das Angebot einer Auffrischungsimpfung gemacht. Übrigens: Geimpfte, die dennoch eine Corona-Infektion durchgemacht haben, benötigen wohl keine Auffrischung, meint Leif Erik Sander, Impfstoff-Forscher der Berliner Charité. "Bei Geimpften wirkt die Infektion wahrscheinlich wie ein Booster." Ausreichend Daten dazu lägen aber noch nicht vor.

Welche Impfstoffe werden für die Booster-Impfung verwendet?

Auffrischungsimpfungen werden mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna durchgeführt - übrigens ohne Kosten für Impfwillige. Laut Bundesgesundheitsministerium können sich alle Bürgerinnen und Bürger eine kostenfreie Booster-Impfung geben lassen.

Wo erhält man die Auffrischungsimpfung?

Nach der Schließung der Impfzentren gibt es die Auffrischungsimpfungen in der Regel bei Haus-, Kinder- und Betriebsärzten sowie bei allen anderen Fachärzten. Die sächsische Landesregierung empfiehlt für die Suche die App "Impf-Finder", die es sowohl für Android als auch für iOS gibt. Auch die Website der Kassenärztlichen Vereinigung listet alle impfenden Ärzte auf.

Hier geht's zur Übersicht:

 

Zusätzlich gibt es in Sachsen zahlreiche Krankenhäuser und Versorgungszentren, die nach Terminvereinbarung impfen. Noch bis Ende des Jahres sind in Sachsen außerdem mobile Impfteams des DRK unterwegs. Wo und wann die Teams anzutreffen sind, zeigt diese Übersicht.

Mitzubringen sind Impfausweis, Personalausweis, Versicherungskarte sowie alle bisher ausgefüllten Unterlagen zur Corona-Impfung.