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Funklöcher in Sachsen: Es muss sich etwas ändern!

Mobilfunk "Die Zahl der Funklöcher kann man gar nicht zählen"

In Tschechien und Polen funktioniert der Handyempfang problemlos. Aber sobald man in Sachsen die Oberlausitz oder das Erzgebirge erreicht, spricht man ins Nichts. Auch beim Bahnfahren zwischen Dresden und Leipzig, auf dem Weg Richtung Brandenburg oder ins Vogtland steckt man die meiste Zeit in Funklöchern. Dies ist kritisch, besonders für Rettungsdienste. Bürger berichteten, dass sie in Notrufsituationen keine Notrufe absetzen konnten.

Eine Karte zeigt jetzt die Funklöcher und Handy-Benachteiligten im Land. Die Bundesnetzagentur veröffentlichte die Karte, in der man die klaffenden Funklöcher sieht. Es wurden die Mobilfunknetzanbieter Telekom, Telefonica und Vodafone berücksichtigt. Je näher man an seinen Wohnort zoomt, desto detaillierter sind die Ergebnisse. Vor allem in der Lausitz, im Erzgebirge, in Nordsachsen und im Vogtland kann man die Zahl der Funklöcher kaum zählen.

Warum gibt es so viele Funklöcher?

Vor allem Richtung Brandenburg, Sachsen-Anhalt und in den kleineren Dörfern sehe das Mobilfunkangebot auch nach 20 Jahren Mobilfunk "immer noch traurig" aus. Das ergaben die Daten von hunderten Nutzern aus Nordsachsen. Dabei sind so viele Handwerker, Spediteure, Altenpflegerinnen, aber auch Landwirtschaftsbetriebe dringend auf den Empfang angewiesen.

Der Mobilfunk-Experte Gajek kritisiert die drei großen Mobilfunkanbieter und sieht deren Wettbewerbsverhalten als Wurzel des Problems. Telekom, Telefónica und Vodafone würden nur dort Sendemasten bauen, wo sie sich auch rechnen. Dünner besiedelte Gegenden bleiben ausgespart, sagte Gajek in einem Interview mit dem SWR.

Warum kann man die Funklöcher nicht endlich stopfen?

Die strukurellen Probleme der Funkabdeckung sind bekannt. Vor zwei Wochen kündigte der für Mobilfunk zuständige Infrastrukturminister Andreas Scheuer die "Jagd auf die weißen Flecken im Mobilfunknetz" an. Nun hat sich die Bundesregierung eine Mobilfunkstrategie vorgenommen. Geplant ist 5.000 unterversorgte Gebiete zu erschließen, ein schnelleres Genehmigungsverfahren für Mobilfunkausbau zu ermöglichen und eine staatliche Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft zu gründen, die den Ausbau beschleunigt.

Schon 2018 versprachen die Mobilfunkanbieter stärkeren Ausbau. Nun plant die Politik Millionen teure Geldstrafen, wenn die Anbieter Zusagen nicht einhalten. Die Mobilfunkanbieter wollen innerhalb bis 2021 für 98 Prozent aller Haushalte 5G-Abdeckung für Handys bieten. Zwei Jahre später sollen alle wichtigen Straßen und Zugverbindungen abgedeckt sein. Experten rechnen damit, dass all das erst nach 2026 realistisch sein könnte.

Funklöcher sind kritisch besonders für Rettungsdienste. Bürger berichteten, dass sie in Notrufsituationen keine Notrufe absetzen konnten.

Warum ist der Funkempfang im Ausland besser als in Deutschland?

In anderen europäischen Ländern nutzen die Mobilfunkanbieter gegenseitig ihre Netze für die Abdeckung. Die Kosten dafür regeln sie untereinander. Für das sogenannte lokale Roaming haben die Anbieter in Deutschland ihre Netze bisher nicht geöffnet. Dafür muss zudem das Telekommunikationsgesetz geändert werden.

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