Gehen Sachsen die Lehrer aus?

BILDUNG Bis 2030 gehen drei Viertel der Lehrer in den Ruhestand

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In immer mehr Schulen fehlen Lehrer, das hat zur Folge, dass teilweise Unterricht ausfallen muss.Foto: Andrea Funke/Archiv

Sachsen. Dem sächsischen Abiturzeugnis des Schuljahres 2010/11 lag ein Begleitschreiben des damaligen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich bei. In diesem gratulierte der ehemalige sächsische Regierungschef allen Absolventen zu ihrem Abschluss. Sachsen, so hieß es in dem Schreiben, sei auf viele hoch qualifizierte Absolventen angewiesen. Dabei seien gerade Lehrerinnen und Lehrer gesucht.

75 Prozent weniger Lehrer bis 2030

"Bis zum Jahr 2030 gehen rund drei Viertel aller Lehrer , die derzeit in Sachsen unterrichten, in den Ruhestand. Das sind mehr als 21000 Lehrkräfte, in deren Nachfolge neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden müssen", schrieb Tillich an die Gymnasiasten. Der Brief schloss mit der Empfehlung, ein Lehramtsstudium aufzunehmen. Trotz der vergangenen Bemühungen, wie die Werbung für den Lehrerberuf, die Aufnahme von Quereinsteigern als Lehrkräfte oder das Abwerben aus anderen Bundesländern - im Freistaat Sachsen fehlen weiterhin Lehrer.

Die Bemühung, den Berufsstand über eine Verbeamtung attraktiver zu machen, blieb zuletzt in der Diskussion stecken. Nun sorgt ein neuer Vorschlag für Wirbel. Wie Anfang März bekannt wurde, soll dem Lehrermangel in sächsischen Schulen durch die Reduzierung der Schulstunden begegnet werden. Ab dem kommenden Schuljahr sollen in den fünften Klassen die Fächer Kunst und Musik um eine Wochenstunde gekürzt werden.

Auch der Sport soll gekürzt werden

Ab der sechsten Klasse soll die zweite Fremdsprache eine Stunde weniger unterrichtet werden. Auch der Sportunterricht soll gekürzt werden. "Die Diskussion über eine Kürzung der Stundentafel kommt im Kontext der aktuellen Debatte um den Lehrermangel in Sachsen zur Unzeit", kritisiert Steffen Pabst, Vorsitzender des Philologenverbandes Sachsens. Für eine vertiefte Allgemeinbildung sein sowohl Fächer wie Kunst und Musik, als auch ein breites Fremdsprachenangebot unerlässlich, heißt es vom Philologenverband.