Geschäftsführerbetrug - Gefahr für Unternehmen

Betrug Bei Fall in sächsischem Unternehmen konnte ein Erfolg erzielt werden

Seit 2013 werden immer mehr deutsche Unternehmen Opfer vom sogenannten "Geschäftsführerbetrug". In Sachsen trat das Phänomen erstmals 2015 auf. Dabei täuschen die Täter mit Hilfe von gefälschten E-Mail-Adressen und verschleierten Telefonnummern vor, eine ranghohe Position im Unternehmen inne zu haben. Die Betrüger fordern autorisierte Buchhaltungsmitarbeiter dazu auf, hohe Geldbeträge an Konten im Ausland zu überweisen. Häufig kommt es nach der ersten Kontaktaufnahme auch noch zu Gesprächen mit angeblichen Anwälten, Consultingfirmen oder sogar Behörden, um glaubwürdiger zu erscheinen.

Verdächtige konnten gestellt werden

In einem Fall dieses "CEO-Frauds" konnte jüngst ein Ermittlungserfolg erzielt werden. Anfang August hatte eine Mitarbeiterin eines mittelständigen Unternehmens in Dresden eine solche Aufforderung erhalten und war ihr gefolgt. Im konkreten Fall ging es um den Kauf von Wertpapieren für eine Firmenübernahme. Die Mitarbeiterin wurde dabei immer wieder auf die Vertraulichkeit der Transaktionen hingewiesen. Am Ende überwies sie mehrere Hunderttausend Euro.

Später zweifelte sie allerdings auch an der Echtheit des Auftrags und wandte sich an die Geschäftsleitung. Dort wurde festgestellt, dass es sich um einen Betrug gehandelt hatte. Es wurde umgehend Anzeige erstattet. Die Ermittler des Landeskriminalamtes konnten dadurch geeignete Schritte einleiten, um den Betrag zurück auf das Konto des Unternehmens zu überweisen, was letztlich auch gelang.

Durch Zusammenarbeit mit israelischen Beamten gelang es den Beamten außerdem, fünf der bislang unbekannten Beschuldigten in Israel ausfindig zu machen. Gegen sie laufen nun Ermittlungen.

Tipps für Unternehmen

In einer Pressemitteilung vom Montag gab das Landeskriminalamt Tipps, wie sich Unternehmen vor der Betrugsmasche schützen können:

- Mitarbeiter sollten bei verdächtigen Mails immer die Geschäftsleitung oder ihren Vorgesetzten informieren, egal, welchen Weg die Nachricht eigentlich vorsieht.

- Absenderadressen sollten stets auf korrekte Schreibweise überprüft werden.

- In vielen bekannten Fällen fanden die Voraufklärungen im Internet statt. Daher sollten Unternehmen darauf achten, welche Informationen über Firmenstrukturen und handelnde Personen dort zu finden sind.

- Die Täter benutzen häufig die üblichen Umgangsformen zwischen Leitungsebene und Mitarbeitern. Firmeninterne Kontrollmechanismen sollten allerdings auch bei solchen betrügerischen Mails nicht außer Kraft gesetzt werden können.

- Geschäftsführer sollten ihre Mitarbeiter für dieses Phänomen sensibilisieren und klar machen, dass Vorsicht und (unbegründete) Nachfragen nicht negativ bewertet werden.