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  1. Sachsen
  2. GEW warnt vor Personalkarussell in Sachsens Schulen

GEW warnt vor Personalkarussell in Sachsens Schulen

Mehr als 5.000 Lehrkräfte sollen im neuen Schuljahr abgeordnet werden – die GEW warnt vor Folgen für Bildungsqualität und Motivation.

Von dpa
13.08.2026, 17:33 Uhr
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  • GEW warnt vor Personalkarussell in Sachsens Schulen - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisiert die hohe Zahl an Abordnungen von Lehrkräften an andere Schulen (Archvibild).
    Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisiert die hohe Zahl an Abordnungen von Lehrkräften an andere Schulen (Archvibild). Bild: Robert Michael/dpa
Leipzig

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will sich nicht mit der massiven Abordnung von Lehrkräften an andere Schulen abfinden. GEW-Chef Burkhard Naumann forderte das Kultusministerium auf, die Praxis zu stoppen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. "Die Fehler der Vergangenheit dürfen nicht allein auf dem Rücken der Lehrkräfte bekämpft werden", appellierte Naumann. Als Alternative schlug er Arbeitszeitkonten und Anreize für ältere Lehrkräfte vor, um weiter zu unterrichten. Zudem könnte man jungen Lehrkräften Prämien zahlen, wenn sie in Bedarfsregionen gingen. 

Ein Viertel der Stunden nicht von angestammten Lehrern gehalten 

Nach Angaben der GEW wurden im vergangenen Schuljahr rund 3.000 Lehrkräfte abgeordnet. Ein Viertel des Unterrichts sei fach- oder schulartfremd erfolgt. "An Grundschulen waren es 27 Prozent, an Oberschulen 29 Prozent und an Förderschulen 62 Prozent. Dabei gibt es auch starke regionale Unterschiede. Negativer Spitzenreiter waren Förderschulen im Raum Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 87 Prozent fach- oder schulartfremdem Unterricht", hieß es. 

Ministerium will an Abordnungen festhalten 

Kultusminister Conrad Clemens (CDU) hatte bei der Vorstellung des am Montag beginnenden neuen Schuljahres klargestellt, wegen des Lehrermangels an Abordnungen festzuhalten. Er rechnet damit, dass es im neuen Schuljahr mehr als 5.000 sein werden. Auch durch Abordnungen habe man erreicht, dass der Unterrichtsausfall an den Oberschulen um 26 Prozent gesenkt werden konnte. 

Gewerkschaft macht hohe Belastung für Kollegen gelten

"Abordnungen führen zu immens hohen Belastungen für die betroffenen Lehrkräfte. Während sie sich in andere Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien selbstständig einarbeiten müssen, hinterlassen sie in der Stammschule neue Lücken, die geschlossen werden müssen", betonte Naumann. In der Folge entstehe ein Personalkarussell, in dem Schülerinnen und Schüler ständig wechselnde Fachlehrkräfte und Klassenleitungen erlebten. 

GEW sieht Bildungsqualität gefährdet

Abordnungen sind aus Sicht der Gewerkschaft nur in geringem Umfang und mit pädagogischem Augenmaß sinnvoll. Die aktuelle Dimension senke die Bildungsqualität an Schulen und führe zu neuen Personalproblemen. "Erfahrene Lehrkräfte sind demotiviert, geben den Beruf auf oder flüchten in den Ruhestand. Für gut ausbildete Nachwuchslehrkräfte sinkt die Attraktivität für den Lehrberuf in Sachsen immer weiter ab."

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Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

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