• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

Grünes Gewölbe: Dresdens Schatzkammer um nahezu eine Milliarde beraubt

einbruch Residenzschloss bleibt für heute geschlossen

Dresden. 

Am frühen Montagmorgen erbeuteten Dieben kostbare Wertschätze aus dem Grünen Gewölbe in Dresden. Die Unbekannten machten sich im historischen Teil der Schatzkammer zu schaffen und stahlen historischen Schmuck, Diamanten und Edelsteine im Wert von bis zu einer Milliarde Euro.

Bei der Tat sollen die Diebe gegen fünf Uhr früh einen Stromkasten unter der Augustusbrücke in Brand gesetzt und so die Stromzufuhr und die Alarmanlagen des Grünen Gewölbes ausgeschaltet haben. Anschließend sind die Unbekannten durch ein Fenster in die Schatzkammer eingedrungen. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes alarmierten die Dresdner Polizei am frühen Morgen über den Einbruch. Diese leitete daraufhin umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein, an denen unter anderem 16 Funkstreifenwagen beteiligt waren. Gleichzeitig wurden die Bundespolizei sowie angrenzende Polizeidienststellen in die Maßnahmen mit einbezogen. Die Täter konnten bislang nicht ergriffen werden. Die Fahndung dauert an.

Sachsens Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller nimmt Stellung:

"Das ist ein bitterer Tag für das historische Erbe Sachsens! In den frühen Morgenstunden sind mehrere Täter in das Grüne Gewölbe in Dresden eingebrochen und haben Kunstschätze von unvorstellbarem Wert gestohlen. Es ist nicht der materielle Wert allein, der hier zu beklagen ist, sondern ist es die geschichtliche Bedeutung für uns Sachsen, die hinter den entwendeten Kunstgegenständen steht. Unser Ministerpräsident hat zurecht festgestellt: Sachsen ist in dieser Nacht bestohlen worden! Dies ist ein Anschlag auf die kulturelle Identität der Sachsen. Wir müssen nach dem Stand der Dinge davon ausgehen, dass es sich bei den Kunsträubern um Profis gehandelt hat, die exakt wussten was sie wollten und was sie tun. Die Polizei hat die eine Sonderkommission gebildet und arbeitet unter Hochdruck an der Aufklärung des Falles."

Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange äußert sich:

"Bei dem Einbruch ins Grünen Gewölbe sind wertvolle Kunstgegenstände entwendet wurden. Wir kennen das genaue Ausmaß des Raubes noch nicht. Aber schon jetzt ist klar, dass für den Freistaat ein immenser kunst- und kulturhistorischer Schaden entstanden ist. Die gestohlenen Schmuckstücke gehören gewissermaßen zu den Kronjuwelen der sächsischen Könige. Sie gehören nach Sachsen. Die Ermittlungsbehörden unternehmen alles, um die Gegenstände möglichst unbeschädigt zurückzubekommen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Staatsregierung unterstützt Staatsanwaltschaft, Polizei und die Staatlichen Kunstsammlungen in allen Belangen und ist über alle Schritte informiert."

Polizei bittet um Mithilfe

Hinweisen zufolge sind die Einbrecher mit einem Audi A6 vom Tatort geflüchtet. Ein baugleiches Fahrzeug wurde später in einer Tiefgarage an der Kötzschenbroder Straße in Brand gesetzt. Der Audi wurde von Kriminalisten untersucht und sichergestellt. Gleichzeitig gehen die Kriminalisten davon aus, dass der Brand eines Verteilerkastens in der Nähe der Augustusbrücke im Zusammenhang mit dem Einbruch steht. Durch das Feuer fiel in der Umgebung des Tatortes die Straßenbeleuchtung aus. Vor dem Hintergrund der Geschehnisse hat die Polizeidirektion Dresden eine Sonderkommission ins Leben gerufen. In der Kommission, die den Namen "Epaulette" trägt, arbeiten aktuell 20 Kriminalisten an der Klärung des Falls.

Im Verlauf des Vormittages werteten Kriminalisten die Aufzeichnungen der Überwachungskameras des Historischen Grünen Gewölbes aus. Auf diesen sind zwei der Einbrecher zu sehen. Die Kriminalpolizei geht jedoch davon aus, dass weitere Täter beteiligt waren. Auch die Bevölkerung wird um Mithilfe gebeten. Die Polizei fragt: Wer hat Wahrnehmungen im Zusammenhang mit der Straftat gemacht? Wer hat verdächtige Personen am Tatort gesehen? Wer kann Hinweise zum Verbleib der gestohlenen Gegenstände geben? Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 entgegen.

Die Polizei Sachsen hat ein Video vom Tatort veröffentlicht, auf dem zwei Einbrecher zu sehen sind.