Große Blitz-Aktion: Polizei zieht Bilanz

Polizei 61 Mess-Punkte im Direktionsgebiet Zwickau

Hier wird geblitzt. Die Technik ist bei geschlossener Klappe kaum sichtbar. Foto: Simone Zeh

Zwickau/Mühltroff. Im gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Zwickau gab es gestern Geschwindigkeitskontrollen. Im Vogtlandkreis waren es sechs: In Mühltroff und Adorf, wo mit der Laserpistole gemessen wurde. Weiterhin zwei im Bereich Auerbach und an der Autobahn.

Warum diese Orte? "Wir gehen dahin, wo wir lange nicht waren", so Polizeihauptkommissar Jürgen Hielscher. Bei 61 Messstellen verteile sich das. Er hält es auch für wirkungsvoller, wenn Kraftfahrer, die zu schnell fahren, direkt nach dem Vergehen der Polizei gegenüber stehen als nur geblitzt zu werden und dann einen Brief mit Foto zu bekommen. Das würden sich die Autofahrer mehr einprägen.

Letztlich wolle man ja erreichen, dass die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten eingehalten werden. Denn unangepasste oder überhöhte Geschwindigkeit ist eine der Hauptunfallursachen, informiert die Polizei. So wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Zwickau im Jahr 2016 insgesamt 1.132 Verkehrsunfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeiten verzeichnet. Bei 306 von diesen sind Menschen verletzt oder auch getötet (18) worden.

Temposünder in Mühltroff

So mancher Autofahrer sah die rote Polizeikelle. Wer in der Ortslage Mühltroff zu schnell unterwegs war und geblitzt wurde, den holte die Polizei gestern am Ortseingang von Langenbach aus dem Straßenverkehr.

79 Stundenkilometer, das war der Rekord bei der gestrigen Geschwindigkeitskontrolle in Mühltroff aus Richtung Plauen kommend. Tempo 50 ist bekanntlich vorgeschrieben. "Drei km/h wird als Messtoleranz abgezogen", so Jürgen Hielscher.

26 Stundenkilometer innerorts zu schnell, das bedeutet für den Kraftfahrer ein Bußgeldverfahren. Im Bußgeldkatalog zeigt der Beamte die Tabelle: Wer 26 bis 30 km/h über den erlaubten Stundenkilometern ist, darf mit hundert Euro Strafe und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bearbeitungskosten kommen hinzu. Und wann gibt's Fahrverbot? Bei 84 km/h, gibt die Tabelle Auskunft.

Nur 12 von über 500 zu schnell

Insgesamt 561 Fahrzeuge wurden in Mühltroff gemessen, davon waren zwölf zu schnell. "Das ist eine geringe Anzahl und eine gute Bilanz. Das zeigt, dass sich die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält", resümierte Anett Münster, Pressesprecherin der Polizei

Von 14 bis 18 Uhr standen die Beamten am Ortseingang Langenbach. Wer in diese Richtung fuhr, bekam unterwegs schon mal vom Gegenverkehr ein Lichthupe-Signal. "Die Autofahrer warnen sich gegenseitig, das ist eben so", meinte Hielscher. Wenn geblitzt werde, spreche sich das immer schnell herum.

Dennoch waren gestern ab und zu Autofahrer zu schnell. Denn wenn auch die Warnung kam, schien es oftmals schon für den Ertappten zu spät zu sein. Denn geblitzt wurde in etwa anderthalb Kilometer Entfernung hinter der Einfahrt zum Gewerbegebiet vor der Kartonagenfabrik. Auf dem Parkstreifen davor stand ein grauer, unauffälliger Pkw, der mit einer Multanova-Anlage im Kofferraum versehen war und aus dem Inneren heraus blitzte. Eine Beamtin im Auto nahm die Daten auf und leitete sie an ihre drei Kollegen weiter.

"Keine großen Ausreden"

Wie etwa die von dem jungen Mann, den es erwischte. Bei 62 km/h war der Blitz ausgelöst worden. "Minus Toleranz sind es 9 km/h zu schnell", so Hielscher. "Das sind 15 Euro für den Fahrer." Insgesamt war es ein normaler Einsatz für die Polizisten.

Was die Fahrer sagen, warum sie so schnell waren? Keine großen Ausreden, eher, dass man nicht aufgepasst und nicht drauf geachtet hätte. Wahrscheinlich waren manche gedanklich schon zu Hause, vermutete Jürgen Hielscher, der im Polizeirevier Plauen tätig ist. Der Messwagen sei übrigens dauerhaft im Einsatz, bestätigte er.