Häusliche Gewalt trifft nicht nur Frauen

Förderung Sachsen als Vorreiter beim Männerschutz

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Foto: KKH

Region. Männer werden in der heutigen Gesellschaft immer noch als das "starke Geschlecht" dargestellt, dabei wird oftmals übersehen, dass auch sie von häuslicher Gewalt betroffen sein können.

Das zeigt sich auch in den Zahlen: vermehrt wenden sich Männer an Koordinierungs- und Interventionsstellen, die sich an Opfer häuslicher Gewalt richten. Das Landeskriminalamt verzeichnet im Jahre 2017 etwa 30 Prozent der Jungen und Männern als Opfer von häuslicher Gewalt. Anonyme Zuflucht und die Möglichkeit neue Lebensperspektiven zu entwickeln, ermöglichen seit Anfang 2017 zwei Männerschutzwohnungen in Leipzig und Dresden.

Am morgigen Mittwoch überreicht Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, den Fördermittelbescheid in Höhe von 76.000 Euro an den Verein Weißberg e.V. für die dritte Männerschutzwohnung Sachsens. In der neuen Einrichtung in Plauen sollen künftig bis zu acht Jungen und Männer Zuflucht finden. Neben den drei Männerschutzeinrichtungen in Sachsen, gibt es bundesweit nur zwei weitere Schutzwohnung für Männer. Der Freistaat Sachsen ist somit Vorreiter in Sachen Männerschutz.

"Moderne Gleichstellungspolitik richtet sich an beide Geschlechter. Daher war es mir besonders wichtig, dieses Projekt, welches männlichen Opfern häuslicher Gewalt eine sichere Zuflucht und Unterstützung in einer schweren Zeit geben will, zu fördern. Der lange Atem hat sich gelohnt, nun kann in Sachsen flächendeckend geholfen werden. Derjenige, der häusliche Gewalt in Familie oder Beziehung erfährt, erlebt eine schlimme Situation, weil neben der physischen und psychischen Gewalt auch immer die Scham dazukommt." sagt Gleichstellungsministerin Petra Köpping.