Handwerk freut sich über hohe Auslastung

Konjunktur Regionale Betriebe mit aktueller Geschäftslage hoch zufrieden

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Foto: Harry Härtel

Region. Die Stimmung im regionalen Handwerk ist so gut wie nie zuvor in einem Frühjahr. Handwerkspräsident Frank Wagner konnte Ende vergangener Woche eine "stabile Umsatzentwicklung" und volle Auftragsbücher vermelden. "Die gute Auslastung führt auch zu höheren Preisen", weiß er. Allerdings habe man nach Jahren des finanziellen Abschwungs preislich jetzt das Niveau von 1996 wieder erreicht - also noch keine Rekordhöhen.

Viele Gewerke sind zufrieden

Zugleich müssten die Handwerker mit höheren Einkaufspreisen und den finanziellen Auswirkungen des Mindestlohnes leben. Spitzenreiter bei der Selbsteinschätzung der eigenen Geschäftslage sind Betriebe im Gesundheitsgewerbe - hier sagen 97 Prozent der Betriebe, ihre Geschäftslage sei befriedigend oder gar gut.

Nicht viel schlechter schätzen die Bau- und Ausbaugewerke ihre Lage ein - mit 92 und 94 Prozent der Unternehmen, die ihrer Geschäftslage mindestens die Note befriedigend geben. Die haben auch eine besonders hohe Auslastung. Das führt auch zu Wartezeiten bei der Kundschaft: "Sechs bis neun Wochen musste man immer warten, wenn die Konjunktur läuft", relativierte Kammer-Hauptgeschäftsführer Markus Winkelströter: "Das hat sich nicht verändert".

Fachkräfte sind Mangelware

Viele regionale Handwerksunternehmen würden ihre Belegschaft gern erweitern - stoßen aber bei der Fachkräftesuche an Grenzen. Allerdings, so die Beobachtung der Kammer, würden viele Betriebe heute wieder stärker regional arbeiten und ihre Mitarbeiter weniger ins Bundesgebiet entsenden: Das stärke die Mitarbeiterzufriedenheit und gleiche die sinkende Zahl der Fachkräfte etwas aus.

Zugleich wolle man als Kammer mehr Gymnasiasten zu einem Handwerksberuf motivieren. Auch die gezielte Anwerbung ausländischer Fachkräfte hält Kammerpräsident Wagner für sinnvoll: "Aber auch da ist der Markt nicht unbegrenzt", weiß er.