window.dataLayer.push({ event: 'cmp_allow_fb', cmp_allow_status: false });
  • Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen
Corona-News
Mittelsachsen

Hohe Impfnachfrage: Kabinett prüft Erhöhung der Kapazitäten

Die Sachsen gelten als größte Impfmuffel in Deutschland. Allerdings gibt es inzwischen Schlangen an Impfstellen und Wartelisten bei den Hausärzten. Doch für ein schnelle Abbremsen der Corona-Welle dürfte das nicht ausreichen.

Dresden/Aue. 

In Sachsen steigt die Nachfrage nach Booster- Impfungen sprunghaft an. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind bislang mehr als 221.000 Impfungen zur Auffrischung erfolgt. In Aue (Erzgebirgskreis) wurde ein am Mittwoch eröffnetes kleines Impfzentrum von Bürgern regelrecht überrannt. Schon ab 8.00 Uhr am Morgen habe sich eine lange Warteschlange gebildet, so dass vor der Öffnung eine Stunde später keine freien Impfdosen mehr verfügbar gewesen seien, teilte Stadtsprecherin Jana Hecker mit.

Sachsen bundesweit schlechteste Impfquote

Nach Angaben des Robert Koch-Institutes in Berlin waren in Sachsen mit Stand Mittwoch 60 Prozent der Menschen einmal und 57,8 Prozent doppelt geimpft. Das sind bundesweit die schlechtesten Werte. An der Spitze liegt Bremen mit 82,3 beziehungsweise 79,7 Prozent. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) zufolge haben inzwischen knapp zwölf Prozent der Menschen im Alter ab 60 eine Booster-Impfung erhalten. Sachsen hatte als erstes Bundesland ab 1. November eine solche Auffrischung für alle ab 18 Jahre angeboten.

Auch nach der Kabinettssitzung am Dienstag drängte Köpping auf mehr Tempo. Sie bat vor allem die Arztpraxen um Teilnahme an der Impfkampagne. Bislang würden sich gut 1800 und damit nicht einmal die Hälfte der Hausarztpraxen beteiligen. «Ich weiß, dass es eine zusätzliche Belastung ist. Ich weiß auch, dass es ein zusätzliche Aufwand ist. Ich weiß auch, dass es bürokratisch nicht ganz einfach ist.» Allerdings sei das Engagement notwendig. Auch am Wochenende könne mit Zusatzvergütung fürs medizinische Personal geimpft werden.

Haltung zur Impfpflicht überdenken

Nach den Worten von Köpping soll eine weitere Aufstockung der Impfkapazitäten geprüft und möglicherweise vom Kabinett in der kommenden Woche beschlossen werden. Denn bislang erreiche man die gesteckten Ziele noch nicht. Aufgrund der schlechten Impfquote in Sachsen rechnete sie auch im Herbst 2022 mit Einschränkungen. Daher «müssen wir unsere Haltung zur Impfpflicht überdenken», sagte Köpping der Wochenzeitung «Die Zeit». Dass eine Impfpflicht zu Beginn der Pandemie ausgeschlossen worden sei, halte sie für einen großen Fehler. «Auch ich habe das getan, und ich bedauere das.»

Im Impfzentrum Aue können zwei Ärzte pro Tag 250 Impfungen verabreichen. Das Zentrum bietet an mehreren Tagen Erst-, Zweit- und Drittimpfungen ohne Termin. Am Freitag sollte dort ab 9.00 Uhr erneut geimpft werden, weitere Impfangebote sind im Dezember geplant.

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung tritt der volle Impfschutz gegen Covid-19 etwa 14 Tage nach der zweiten Impfung ein. Hohe Infektionszahlen wie in Sachsen können nach Ansicht von Experten deshalb nicht unmittelbar wirksam werden und die vierte Welle brechen.