IDM: Most war eine Reise wert

MOTORSPORT Westsächsische Rennfahrer mit tollen Erfolgen bei der IDM

Most / CZE. 

An diesem Wochenende dröhnten zum ersten Mal seit 2007 wieder im Autodrom Most die Motoren anlässlich der IDM, der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft. Für insgesamt immerhin 3.000 Zuschauer, davon ein großer Teil aus Sachsen, Thüringen und Nordbayern bzw. Franken, war dies ein guter Grund, der Rennstrecke unweit der deutsch-tschechischen Grenze mal wieder einen Besuch abzustatten und das Treiben der Fahrern ihrer Herzen zu verfolgen.

 

Ukrainer wie von einem anderen Stern

 

In der Top-Klasse IDM Superbike 1000 gewann der Ukrainer Ilya Mikhalchik beide Rennen souverän und ist damit auf dem besten Weg, seinen 2018 gewonnenen Meistertitel zu verteidigen. Sein bisher ärgster Widersacher, der Schleizer Julian Puffe, patzte mit zwei Stürzten gleich doppelt.

Verletzungsbedingt leider nicht am Start war hierbei die die Zwickauerin Sarah Heide.

 

Hohenstein-Ernstthaler holten drei von sechs möglichen Pokalen

 

Der Hohenstein-Ernstthaler Max Enderlein reiste in der Klasse IDM Supersport 600 als klarer Tabellenleader über den Erzgebirgskamm. Bei den sieben Saisonrennen zuvor gewann der 22-Jährige vier Mal und stand auch die anderen Male jeweils auf dem Podest. Damit hatte er relativ beruhigende 49 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten, den Australier Tom Toparis. In Most gewann er erneut beide Rennen, ähnlich souverän wie Ilya Mikhalchik in der Superbike-Klasse, und ist damit ebenfalls weiter voll auf Kurs in Richtung Titelverteidigung.

In den gleichen Rennen, allerdings in der Kategorie IDM Superstock 600 für seriennähere Bikes, gingen die weiteren Hohenstein-Ernstthaler Paul Fröde und Moritz Jenkner an den Start, die beide ebenfalls schon mehrfach aufs Podest gestürmt waren. Besonders Steve Jenkners Filius sann dabei auf Wiedergutmachung, war er doch zuletzt in Schleiz als klarer Klassenschnellster böse abgestiegen und ohne Zählbares Heim gefahren. In Most verwachsten beide in den vom Regen nachhaltig gestörten Zeittrainings und mussten somit von weit hinten starten. Im ersten Lauf zeigten beide starke Aufholjagden, verpassten allerdings knapp das Superstock-Podest. Im zweiten Rennen nahm vor allem Paul Fröde das Messer noch fester zwischen die Zähne und raste bis auf Rang zwei nach vorn. Damit schaffte der Rookie nach bisher zwei dritten Plätzen sein bestes IDM-Ergebnis.

 

Ex-AMC-Sachsenring-Azubis jetzt auch als Gesellen erfolgreich

Wie schon auf dem Lausitzring trugen die Klasse IDM Supersport 300 und der ähnlich motorisierte ADAC Junior Cup powered by KTM wieder gemeinsame Rennen mit selbstverständlich getrennten Wertungen aus. In der Kategorie Supersport 300 wurde der noch amtierende Meister Toni Erhard aus Schwarzenberg einmal Sechster und einmal Zweiter. Da in jenem zweiten Rennen vor ihm lediglich ein nicht punktberechtigter Gastfahrer aus der WM ins Ziel fuhr, strich er zum ersten Mal in dieser Saison die volle Punktzahl ein. Marvin Siebdrath aus Wildenfels belegte die Plätze acht und neun.

Bei den bisherigen fünf Rennen des ADAC Junior Cups, inklusive des Saisonhighlights im Rahmen des Motorrad Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring, holte Lennox Lehmann jeweils das Punktemaximum. Im ersten Lauf auf regennasser Strecke begnügte sich der Dresdner mit Rang zwei, um im zweiten tags darauf bei idealem Rennwetter erneut zu dominieren. Ebenfalls gute Ergebnisse konnten seine Clubkameraden bzw. Clubkameradin beim AMC Sachsenring erzielen. So gelang Valentin Frühauf aus Fraureuth im ersten Lauf mit Platz sechs sein bisher bestes Resultat, welchem er im zweiten einen zehnten Platz hinzufügte. Mit der umgekehrten Tendenz wurde der Adorfer Dustin Schneider einmal 13. und einmal Fünfter. Lennard Göttlich aus Kottmar OT Eibau in der Lausitz wurde am Samstag Neunter und schied am Sonntag per Sturz aus. Nachdem Lucy Michel aus Elterlein OT Schwarzbach im ersten Rennen unverschuldet ebenfalls zu Sturz kam, brachte sie im zweiten Lauf einen guten neunten Rang ins Ziel.

 

Erfolge auch auf drei Rädern

Bei den Sidecars ruhten die westsächsischen Hoffnungen auf Uwe Neubert aus St. Egidien, der wieder im Boot des Bayern Josef Sattler "turnte". Nach einem lapidaren Defekt, einem unfallbedingten Trainingsabbruch sowie einem verregneten zweiten Qualifying musste man die Rennen aus der letzten Startreihe in Angriff nehmen. Das hielt sie nicht davon ab, im ersten am Samstagabend bis auf den siebenten Gesamtrang vorzupreschen und damit gleichzeitig in der 600er-Kategorie als Zweitplatzierte auf dem Podest zu stehen. Trotz großem Tohuwabohu vor ihnen in der Kurvenkombination nach dem Start zu Lauf zwei sprangen für sie zum Abschluss des Rennwochenendes exakt die gleichen Resultate heraus. Der Ex-Flöhaer Mike Roscher belegte mit seiner Schweizer Beifahrerin Anna Burkard ebenfalls Samstag wie Sonntag die gleichen Platzierungen, und zwar Gesamtrang zwei, gleichbedeutend mit jeweils dem Sieg in der 1000er-Klasse.