Ist Sachsen attraktiv? - Der Wanderungs-Report

Statistik 2. Sächsische Wanderungsanalyse veröffentlicht

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Das Statistisches Landesamt führte die 2. Sächsische Wanderungsanalyse durch. Foto: Dirk Baltrusch

Wie ergeht es den nach Sachsen Zugezogenen im Freistaat? Diese Frage stellte das Statistische Landesamt, das Zu- und Fortzüge im Rahmen der 2. Sächsischen Wanderungsanalyse untersuchte. Den größten Anteil der nach Sachsen zugezogenen 20- bis 65-Jährigen bilden demnach die Arbeitsmigranten. 55 Prozent der Befragten waren des Berufs wegen nach Sachsen gezogen.

Das Bildungsniveau dieser Arbeitsmigranten sei als hoch zu bezeichnen. Über die Hälfte dieser Gruppe gab an, einen Fach- oder Hochschulabschluss erworben zu haben. Die Mehrheit (73 Prozent) schätzt ein, dass sich ihre berufliche Situation in Sachsen verbessert hat oder gleich geblieben ist. Ein Fünftel der Arbeitsmigranten ist jedoch mit der Höhe seines Einkommens unzufrieden. Dies führt unter anderem dazu, dass nur 33 Prozent der befragten Arbeitsmigranten angaben, dauerhaft in Sachsen bleiben zu wollen. Dennoch würden sich Arbeitsmigranten bei Kollegen und Nachbarn überwiegend willkommen fühlen.

Familie und Freunde wichtiger als die Benachteiligung am Arbeitsplatz

Weniger als jeder zehnte Deutsche berichtet von einer Benachteiligung im Alltag oder am Arbeitsplatz. Die Ursache wird vor allem im Dialekt gesehen, was von Zuwanderern aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin am häufigsten genannt wurde. Hingegen gaben rund 41 Prozent der nichtdeutschen Arbeitsmigranten an, im Alltag, bei der Arbeitsplatzsuche oder am Arbeitsplatz eine Benachteiligung erfahren zu haben. Im Übrigen sind 37 Prozent der deutschen Arbeitsmigranten in Sachsen geborene Rückkehrer. Die Zuzugsmotive der Rückkehrer haben überwiegend soziale Gründe wie Familie, Partner oder Freunde. Diese Einstellung ist so stark ausgeprägt, dass sie mit dem Umzug nach Sachsen auch bewusst berufliche Nachteile in Kauf genommen haben.

Die Bilanz ist seit 2012 positiv

Die nach 1989 beobachtete drastische Veränderung im Wanderungsverhalten war durch eine massive Abwanderung insbesondere in die westlichen Bundesländer gekennzeichnet. Erst seit etwa fünf Jahren gestaltet sich in Sachsen der Wanderungsaustausch mit den anderen Bundesländern auf eine allgemein übliche Weise. Das aktuelle Wanderungsgeschehen in Sachsen ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die bisherigen Wanderungsverluste gegenüber dem Bundesgebiet in Wanderungsgewinne umkehrten.

Betrachtet man nur die deutsche Bevölkerung, so war der Wanderungssaldo Sachsens seit dem Jahr 2012 positiv. Maßgeblicher Einflussfaktor ist der bereits seit dem Jahr 1996 durchgängig bestehende Wanderungsgewinn gegenüber den neuen Bundesländern. Seit 2013 wurden erstmalig Wanderungsgewinne Deutscher gegenüber dem früheren Bundesgebiet und Berlin verzeichnet.