Jede siebte Lebensmittelprobe beanstandet

Jahresbericht Landesuntersuchungsanstalt entlarvt vor allem irreführende Angaben

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Sabine Schwalbe, Medizinische Assistentin bei der Messung des Stärkegehaltes von Getreide und Teigwaren. Foto: Toni Söll (Kuerzel: rih)

Chemnitz. "Wenn es um Verbraucherschutz und den Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier geht, ist die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen von herausragender Bedeutung", sagte Barbara Klepsch diese Woche bei einem Besuch in der Chemnitzer Einrichtung.

Die Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz stellte gemeinsam mit Anstaltspräsidentin Gerlinde Schneider den Jahresbericht 2016 vor. Die Stärke der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) liege in der fachübergreifenden Zusammenarbeit von Experten der Lebensmittelchemie, Humanmedizin und Veterinärmedizin, betonte Klepsch.

58 Proben gesundheitsschädlich

Laut Jahresbericht wurden im vergangenen Jahr 22.848 Proben untersucht, die dem Lebensmittelrecht unterliegen. Die Beanstandungen von insgesamt 3.406 Proben (14,9 Prozent) bezogen sich vorwiegend auf irreführende Angaben oder nicht vorschriftsmäßige Kennzeichnung. Als gesundheitsschädlich wurden 58 Proben beurteilt. Davon betroffen waren 51 Proben im Lebensmittelbereich - überwiegend auf Grund von krankheitserregenden Mikroorganismen -, sechs kosmetische Mittel sowie eine Spielware.

Zusätzlich wurden 2016 zahlreiche Proben sächsischen Weins beanstandet. Grund: Positive Befunde eines für den Weinbau unzulässigen Pflanzenschutzmittelwirkstoffs. Im Rahmen einer Qualitätsoffensive wurden Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher eingeleitet. Die bisher vorgelegten Weine der aktuellen Ernte seien nahezu frei von Rückständen unzulässiger Mittel.

Erreger, Schimmelpilze, Impfdaten

In der LUA wird zudem intensiv daran gearbeitet, möglichst flächendeckend Daten zum Auftreten von Resistenzen bei wichtigen Erregern in Sachsen zu erheben. Diese Daten werden Krankenhaus- und ambulant tätigen Ärzten als Entscheidungshilfe zum Einsatz von Antibiotika zugänglich gemacht. Auch bei Problemen mit Schimmelpilzbefall in Innenräumen berät die Landesuntersuchungsanstalt und führt entsprechende Analysen durch.

Seit 2013 werden in der Chemnitzer Einrichtung zudem die Daten der sächsischen Impfdatenbank ausgewertet. Den Jahresbericht 2016 gibt es zum Nachlesen unter www.lua.sachsen.de.