Kabinett beschließt neue Förderrichtlinie zur Beruflichen Orientierung

Bildung Schüler gehen in die Werkstatt

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Foto: shironosov/Getty Images/iStockphoto

Der Übergang von der Schule in den Beruf soll in Sachsen weiter verbessert werden, indem die Maßnahmen zur Beruflichen Orientierung optimiert werden. Das Sächsische Kabinett hat heute dafür eine neue Förderrichtlinie zur Beruflichen Orientierung verabschiedet. Die darin benannten Maßnahmen richten sich an jeden Schüler von Förderschule, Oberschule und Gymnasium. Neu ist, dass erstmals auch Schülerinnen und Schüler von Gymnasien von einer frühzeitigen, individuellen und praktischen Berufsorientierung profitieren.

Gefördert werden Potenzialanalyse und Werkstatttage. Dabei werden unter anderem die beruflichen Neigungen und Fähigkeiten von Schülern ermittelt. Diese gab es bislang nur an Förder- und Oberschulen. Darüber hinaus gehören auch "Schülerfirmen" sowie "SCHAU REIN! Woche der offenen Unternehmen Sachsen" zu den Fördergegenständen.

Stärken der Schüler(innen) sollen frühzeitig individuell gefördert werden

"Eine systematische Berufliche Orientierung ist wichtig, denn sie verringert maßgeblich Ausbildungsabbruch, Frustration und Demotivation im beruflichen Werdegang. Mit der vorliegenden Förderrichtlinie ist eine zeitgemäße Berufsorientierung möglich, die frühzeitig beginnt, die Potenziale der Schülerinnen und Schüler ermittelt und darauf aufbauend die Stärken individuell fördert und somit zu einem reibungslosen Übergang zwischen Schule und Beruf beiträgt", betonte Kultusminister Christian Piwarz.

Die Förderrichtlinie basiert auf der Grundlage der vom Freistaat Sachsen mit den Bundesministerien BMBF und BMAS sowie der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit im August 2017 unterzeichneten Vereinbarung im Rahmen der Initiative "Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss". Insgesamt werden rund 5 Millionen Euro durch den Bund für diese Maßnahmen im Zeitraum 2019/2020 bereitgestellt. Die Förderrichtlinie tritt zum 01.07.2018 in Kraft.

Praxisnahe Einblicke in verschiedene Berufsfelder ermöglichen Werkstatttage

Mit dem landeseinheitlichen Potenzialanalyseverfahren werden für alle Schüler die Stärken ermittelt. Auf dieser analytischen Grundlage basieren die sich anschließenden berufsorientierenden Maßnahmen. So können die Schüler gezielt individuelle Praxiserfahrungen sammeln.

Die sich unmittelbar anschließenden Werkstatttage in Klassenstufe 8 beispielsweise vermitteln praxisnahe Einblicke in den realistischen Berufsalltag verschiedener Berufsfelder. Insgesamt stehen 16 Berufsfelder zur Auswahl, von denen bis zu fünf Berufsfelder angeboten werden sollen. Daraus können die Schüler mindestens drei Berufsfelder auswählen. Umgesetzt werden Potenzialanalyse und Werkstatttage vorwiegend durch Träger von Berufsbildungsstätten. An Oberschulen mit Praxisberatern basiert die Durchführung dieser Maßnahmen in Zusammenarbeit von Bildungsträger und Praxisberater.

Weitere Praxiserfahrungen sammeln die Schüler dann im verpflichtenden Praktikum, bei der Teilnahme an der Berufsorientierungsinitiative "SCHAU REIN! Woche der offenen Unternehmen Sachsen" oder bei der Mitarbeit in einer Schülerfirma.

Mehr Details zu den Werkstatttagen gibt im SMK - Blog unter www.bildung.sachsen.de/blog/.