Kaum noch Nachwuchs bei den Höckerschwänen in Sachsen

Krankheiten, Umweltveränderungen und Fressfeinde setzen den Höckerschwänen immer stärker zu. Die Population der großen Wasservögel geht vielerorts zurück.

Sachsen

Der Wonnemonat Mai bringt nicht nur wärmere Temperaturen und blühende Landschaften, sondern auch Nachwuchs in der Tierwelt. So ist es auch bei den Höckerschwänen.

Eltern mit besonderem Beschützerinstinkt

Nach einer Brutzeit von etwa fünf Wochen schlüpfen meist drei bis zwölf Küken, die anschließend von ihren Eltern aufmerksam beschützt und aufgezogen werden. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, die Tiere nicht zu stören und vor allem nicht zu füttern. Schwäne sind Pflanzenfresser und finden derzeit in Sachsen ausreichend Nahrung wie saftiges Gras und Wasserpflanzen.

Die eleganten weißen Vögel, oft auch „weiße Ritter“ genannt, können während der Brut- und Aufzuchtszeit jedoch sehr wehrhaft sein. Im Wasser werden Graugänse, Stockenten, Haubentaucher oder fremde Schwäne, die dem Nachwuchs zu nahe kommen, häufig mit lautem Zischen, Flügelschlägen und schnellen Angriffen vertrieben.

Auch Menschen sollten vorsichtig sein – besonders Hundebesitzer. An Gewässern mit brütenden Schwänen empfiehlt es sich, Hunde an der Leine zu führen.

Die Schwanenpopulation wird kleiner

Zu den größten Feinden der Schwäne zählt der Mensch. Der Höckerschwan ist im Bundesjagdgesetz aufgeführt und darf unter bestimmten Voraussetzungen bejagt werden, etwa wenn größere Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen entstehen.

Die Regelungen unterscheiden sich jedoch je nach Bundesland. Hinzu kommen tierische Feinde wie Mink, Waschbär, Marder oder Marderhund. Diese plündern Nester und greifen teilweise sogar erwachsene Tiere an.

Einige dieser Arten waren ursprünglich nicht heimisch und haben sich inzwischen stark verbreitet. Sie gelten heute als bedeutende Nesträuber. Auch harte Winter mit lang anhaltendem Frost und wenig Nahrung setzen den Schwänen zu. Ebenso wirken sich verschmutzte Gewässer negativ auf die Gesundheit der Tiere aus.

Vogelgrippe fordert jedes Jahr zahlreiche Opfer

Fast jährlich kommt es zu Ausbrüchen der Vogelgrippe. Besonders Wasservögel sind davon betroffen.

Im vergangenen Jahr starben tausende Kraniche, aber auch viele Höckerschwäne fielen der Krankheit zum Opfer. Vor allem an der Ostsee sowie an Seen und Flüssen mit großen Schwanenbeständen war die Sterberate besonders hoch.

Es gibt weiterhin wichtige Schwanengebiete

Dennoch existieren Regionen, in denen sich Schwäne noch wohlfühlen. Die Teichlandschaft rund um Schloss Moritzburg gilt als bedeutendes Schwanengebiet mit zahlreichen Teichen und Seen.

Auch in Städten und Gemeinden mit geeigneten Gewässern sind Höckerschwäne weiterhin anzutreffen. In der Lausitz, wo über Jahrhunderte viele Teiche – teils künstlich – angelegt wurden, finden die Tiere ebenfalls gute Lebensbedingungen.

Gelegentlich lassen sich auch schwarze Schwäne beobachten – sogenannte Trauerschwäne. Diese stammen ursprünglich aus Australien und Neuseeland und kommen in Mitteleuropa nur vereinzelt in freier Natur vor. Meist handelt es sich um Tiere aus Zuchtbeständen oder verwilderte Exemplare.

Mit etwas Glück kann man auf besonders geschützten Gewässern zudem Singschwäne beobachten. Sie unterscheiden sich vom Höckerschwan durch ihren gelb-schwarzen Schnabel ohne Höcker sowie durch ihren markanten trompetenartigen Ruf.

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