Keine Tarifeinigung für ostdeutsche Textilbranche

Die zweite Tarifrunde in der ostdeutschen Textilindustrie hat noch keine Einigung gebracht. Die Gewerkschaft IG Metall warf der Arbeitgeberseite am Donnerstag nach dem Treffen in Meerane (Landkreis Zwickau) eine Blockade vor. Sie habe kein maßgeblich verbessertes Angebot vorgelegt. Der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie verwies auf eine äußerst angespannte wirtschaftliche Lage der Unternehmen. Sie litten unter einem nie dagewesenen Kostendruck bei Energie, Rohstoffen und Personal.

Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 8,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten, eine Inflationsausgleichsprämie, eine deutliche Anhebung der Vergütung für Auszubildende und eine höhere Jahressonderzahlung auf Westniveau. Die Arbeitgeber haben nach eigenen Angaben unter anderem Tariferhöhungen von 7,8 Prozent in 24 Monaten angeboten, eine höhere Jahressonderzahlung und eine Inflationsausgleichsprämie. Die IG Metall monierte, das bisherige Angebot bedeute für 2024 nur 3 Prozent Lohnanstieg.

Kernregion der ostdeutschen Textilbranche sind Sachsen und Thüringen. Von insgesamt rund 16.000 Beschäftigten entfallen laut Verband 14.500 auf diese beiden Bundesländer. Damit gehöre die Region zu den vier größten Textilstandorten bundesweit.

Am 7. Juni wollen sich nun beide Seiten zu einer dritten Verhandlungsrunde treffen.

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