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Kommt bald die Impfung für unter Zwölfjährige?

Corona Studien des Pharmaunternehmens Biontech/Pfizer zeigen stabile Immunantwort

Im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung sind die aktuellen Corona-Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen unter zwölf Jahren derzeit vergleichsweise hoch. Das RKI erfasst derzeit je nach Region zwischen 150 und 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Zum Vergleich: In Sachsen liegt diese 7-Tage-Inzidenz bei 39,9 (Stand: 21.09.2021). Vor diesem Hintergrund macht eine Impfung für Kinder unter zwölf Jahren durchaus Sinn. Nicht zuletzt, weil damit auch die ständig neu debattierten Schutzmaßnahmen in Schulen und die unterschiedlichen Quarantäneregeln für Schüler ein Ende hätten. Das Problem: Für unter Zwölfjährige ist bislang kein Impfstoff zugelassen. Das könnte sich noch in diesem Jahr ändern.

Kleinere Dosis, gleiche Wirkung

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat sich nach eigenen Angaben bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren als gut verträglich erwiesen und ruft eine stabile Immunantwort hervor. Das würden erste Ergebnisse der Zulassungsstudie für den Impfstoff Comirnaty für unter Zwölfjährige zeigen. In der Studie wurden rund 2.270 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren im Abstand von drei Wochen zweimal geimpft. Die verabreichte Dosis betrug allerdings nur ein Drittel dessen, was Menschen ab zwölf Jahren verimpft wird - zehn statt der üblichen 30 Mikrogramm pro Impfdosis. Der Impfstoff erwies sich nach Angaben der Unternehmen trotzdem als "sicher, gut verträglich und zeigte robuste neutralisierende Antikörperreaktionen", die mit jenen aus einer früheren Studie mit 16- bis 25-Jährigen vergleichbar sei. Auch mögliche Nebenwirkungen seien vergleichbar. "Das Sicherheitsprofil und die Immunogenitätsdaten sind bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren bei einer geringeren Dosis die gleichen wie die in der älteren Bevölkerung mit einer höheren Dosis", erklärte Biontech-Chef Ugur Sahin in einer Mitteilung.

Dringlichkeit aufgrund der Delta-Variante

Die Daten der klinischen Studie sollen nun schnellstmöglich der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA vorgelegt werden: "Wir sind froh, dass wir vor dem Beginn der Wintersaison den Zulassungsbehörden die Daten für die Gruppe von Kindern im Schulalter vorlegen können", so Ugur Sahin. Pfizer-Chef Albert Bourla sieht in den Studiendaten eine solide Grundlage für die Zulassung des Impfstoffs für Jüngere. Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante und der damit verbundenen Gefahr für Kinder sei dies auch dringlich. Doch kommt der Impfstoff für diese Altersgruppe noch rechtzeitig vor der Erkältungszeit im Winter?

Spahn rechnet erst Anfang 2022 mit Zulassung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn tritt auf die Erwartungsbremse. Er rechnet nicht mit einer Zulassung noch in diesem Jahr: "Ich gehe davon aus, dass die Zulassung für einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren im ersten Quartal 2022 kommt", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zugleich wies der Minister darauf hin, dass zwischen der Zulassung und einer Empfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) noch einmal Zeit vergehen könnte. Derzeit werden übrigens auch die Studiendaten für noch kleinere Kinder zwischen zwei und fünf Jahren sowie Babys zwischen sechs Monaten und zwei Jahren erhoben. Entsprechende Ergebnisse erwartet Biontech/Pfizer zum Ende des Jahres. Vergleichbare Studien laufen auch beim Pharmakonzern Moderna, der ebenfalls einen sogenannten mRNA-Impfstoff ins Rennen schickt.