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Kretschmer kritisiert Pandemie-Umgang Tschechiens

Corona Testpflicht für Pendler demnächst noch öfter

Sachsen. 

Ministerpräsident Michael Kretschmer kritisiert den Umgang Tschechiens mit dem Corona-Virus und sieht in der Pandemie-Politik des Nachbarlandes auch eine Verbindung zur hohen Inzidenz in Sachsen während der zweiten Corona-Welle. In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" betont er, dass ein gemeinsames Verständnis darüber, wie man gegen die Pandemie vorgeht, die Voraussetzung für offene Grenzen sei. "Es kann nicht sein, dass wir in Dresden drastische Maßnahmen beschließen und im Nachbarland alle Geschäfte wieder öffnen. Damit werden unsere Bemühungen konterkariert", so Kretschmer. Aus diesem Grund habe man wie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern eine Testpflicht für Pendler aus Polen und Tschechien eingeführt - bisher einmal pro Woche. Demnächst soll sogar in noch engerem Takt getestet werden.

Grenzschließung ausgeschlossen

Ein Schließung der Grenze komme jedoch nicht infrage, weil das Dreiländereck zu Polen und Tschechien auch "ein gemeinsamer Wirtschafts- und Lebensraum ist". Den könne man nicht einfach zerschneiden. "Viele Polen und Tschechen arbeiten bei uns im Gesundheitssektor und sind unverzichtbar. Aber wenn an der Grenze ein Reisebus aus einem Risikogebiet von der Bundespolizei angehalten wird und die Insassen keinen negativen Corona-Test vorweisen können, dann ist es richtig, sie zurückzuweisen", verteidigt der Ministerpräsident die konsequenten Maßnahmen zur Viruseindämmung.

Öffnung der Gastronomie erst nach Ostern?

Kretschmer betonte erneut, dass Deutschland bis zum 14. Februar das Infektionsgeschehen deutlich herunterdimmen muss. Danach sollten Kindergärten, Schulen und Friseure wieder öffnen, wenn es verantwortbar sei. Im März könnten wir dann über den Einzelhandel sprechen. Und nach Ostern auch über die Gastronomie. Die vorsichtige Herangehensweise bei den Lockerungen begründet Sachsens Ministerpräsident mit dem Vermeiden des Jo-Jo-Effekts: "Lieber langsam beginnen, um nicht wieder abrupt zu bremsen. Wir müssen alles unterlassen, was die Gefahr birgt, Industrie- und Handwerksbetriebe schließen zu müssen. Unsere restriktiven Maßnahmen dienen ja vor allem auch dem Schutz der Wirtschaft."