KZ-Besuch für alle zur Pflicht?

Gedenkstätten Sächsische Ministerin zu Sawsan Cheblis Vorhaben

Lagertor mit Blick auf die Lagerkommandantur, Gedenkstätte Buchenwald. Foto: Katharina Brand/Gedenkstätte Buchenwald

Dresden. Jeder, der in Deutschland lebt, soll dazu verpflichtet werden, einmal im Leben eine KZ-Gedenkstätte zu besuchen - das fordert zumindest die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli.

Dies solle ebenso für Migranten und Asylbewerber gelten. Bei muslimischen Einwanderern zeige sich mittlerweile wachsender Antisemitismus. Eine besorgniserregende Entwicklung für Chebli, deren Eltern selbst Flüchtlinge waren.

"Kein Klassenzimmer kann Wirkung des Ortes nachahmen."

Auch die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping hält die Auseinandersetzung mit dieser Thematik für sehr wichtig. "Geschichte wird dort am besten erlebbar, wo sie stattgefunden hat.", sagt Köpping. "Die Wirkung des authentischen Ortes, an dem das Grauen, was den Menschen dort widerfahren ist, spürbar ist, kann in kein Klassenzimmer, in keinen Betrieb transferiert werden."

Deswegen fördert Sachsen über das Landesprogramm "Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz" seit vergangenem Jahr Bildungsfahrten zu solchen Gedenkstätten. Für 2018 stehen rund 100.000 Euro zur Verfügung.



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