Lasst die Nasen den Frühling schnuppern

Wort zum Sonntag von Jens Fabich

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Pastor Jens Fabich Foto: Sven Gleisberg/Archiv

Einer der ersten Frühlingsdüfte ist ein recht würziger Duft. In meiner früheren Heimat Quedlinburg bohren sich schon Mitte Februar die ersten Bärlauchsprossen durch den Boden. Wie auf Kommando schießen Millionen von Keimlingen aus der Erde und drei Wochen später duftet es im ganzen Schlosspark.

Nun kann man über Wohlgerüche streiten: Die einen mögen´s erdig oder würzig wie beim Bärlauch, andere süßlich aromatisch wie beim Flieder. Wie auch immer: Ein guter Duft ist eine echte Wohltat. Dafür sorgt eine freie Nase mit ihren 15 Millionen Riechzellen. Sie sollen rund 10.000 unterschiedliche Gerüche wahrnehmen können!

Dazu gehört übrigens auch der individuelle Duft des Menschen. Forscher sagen, er ist so einmalig wie unser Fingerabdruck. Wir haben manchmal Probleme mit dieser Individualität und sagen: "Den kann ich nicht riechen". Bei Gott ist das anders. In der Bibel steht: "...wir sind für Gott ein Wohlgeruch". Gott kann mich riechen, ob ich nun streng nach Bärlauch dufte oder lieblich wie ein Veilchen.