Lehrermangel: Chemnitz schickt Protestbrief nach Dresden

Forderung TU Chemnitz soll mehr Lehrer ausbilden

lehrermangel-chemnitz-schickt-protestbrief-nach-dresden
Das Hauptgebäude der TU Chemnitz an der Straße der Nationen 62. Foto: TU Chemnitz/Wolfgang Thieme

Alarmstimmung in Westsachsen: Die IHK, Unternehmen, Landräte und Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig sorgen sich um die Schulausbildung in der Region und haben einen Brief an Ministerpräsident Stanislaw Tillich geschickt.

Der Grund: Immer mehr Quereinsteiger unterrichten an Schulen, es fehlt an ausgebildeten Lehrern. Der Vorschlag: Die TU Chemnitz soll ihre Lehrerausbildung ausbauen. Denn nur mit hier ausgebildeten Lehrern könne das Problem gelöst werden. Absolventen aus Dresden und Leipzig Richtung Chemnitz zu locken, sei schwierig.

Es ist nicht der erste Aufruf

Es ist nicht der erste Hilferuf aus Chemnitz. Bereits im Mai 2016 hatten sich die Initiatoren nach Dresden gewandt, damals an das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) von Eva-Maria Stange - vor allem mit dem Wunsch, die Ausbildung von Berufsschullehrern an der TU Chemnitz einzurichten.

Nach einer Anhörung im Landtag war der Vorschlag vom Tisch. "Hierzu wären Zweitfächer einzurichten, die an der TU Chemnitz nicht vorhanden sind, und bereits jetzt werden die vorhandenen Kapazitäten an der TU Dresden auf Grund der geringen Bewerberzahlen nicht ausgelastet", erklärt Andreas Friedrich, Pressesprecher des Ministeriums.

Vorwurf: Bedarf in Chemnitz wird nicht berücksichtigt

Bei ihrer jetzigen Forderung wollen die Westsachsen die Landesregierung dazu bewegen, auch die Ausbildung vor allem für Oberschulen nach Chemnitz zu holen, wo besonders viele Quereinsteiger unterrichten. Bisher werden an der TU Grundschullehrer ausgebildet. Zwar sieht man in Dresden generell einen Bedarf, die Lehrerausbildung in Sachsen von jetzt 2000 (Chemnitz 120, Dresden 780, Leipzig 1100) um weitere 375 Stellen für Oberschulen und Gymnasium aufzustocken.

Allerdings kommt Chemnitz in den Plänen nicht vor. Dazu der Pressesprecher: "Über die Umsetzung ist das SMWK mit der TU Dresden und der Uni Leipzig im Gespräch. Da es keinen erweiterten Bedarf über die bereits 2016 vereinbarten Immatrikulationen im Grundschullehramt gibt, ist die TU Chemnitz nicht betroffen."

Die Technische Universität der Stadt soll bis 2025 verschlankt werden.