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Lernen im Lockdown: Effekt wie in den Ferien

Studie Wie geht es nach den Sommerferien mit den Corona-Maßnahmen an Schulen weiter?

Sachsen. 

Sachsen. Aufgrund sinkender Infektionszahlen bieten die meisten Bundesländer inzwischen wieder Präsenzunterricht in voller Klassenstärke an. Und nach 16 Monaten des Unterrichts unter Pandemie-Bedingungen ist die Hoffnung bei Schülern, Eltern und Lehrern derzeit groß, dass es nach den Sommerferien auch eine Rückkehr zur Normalität geben wird. Kein Wunder, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit der Ankündigung von Wechselunterricht für den Herbst am Wochenende für Aufsehen sorgte.

 

Welche Maßnahmen nach den Sommerferien?

"Wir werden nicht völlig ohne Schutzmaßnahmen wieder in den Schulbetrieb gehen können", sagte Spahn bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing über die Zeit nach den Sommerferien. Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht würden voraussichtlich notwendig sein. Andernfalls könnten die Schulen für das Coronavirus "eine Drehscheibe in die Haushalte hinein" werden. Auch Wissenschaftler warnen vor einer vierten Corona-Welle. Besorgniserregend sei vor allem die als Delta-Variante bekannte Mutante, die zuerst in Indien aufgetreten ist. Die Variante dominiert mittlerweile auch in vielen Ländern Europas das Infektionsgeschehen. Am Montag ruderte Jens Spahn jedoch zurück: Seine Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er denke, dass es nach der Sommerpause möglich sein werde, den Unterricht weitgehend ohne Corona-Maßnahmen beginnen zu lassen. Man müsse aber vorbereitet sein. Masken sollten je nach regionalem Inzidenzgeschehen zumindest eine Option bleiben.

 

Lerndefizite durch Homeschooling

Dass der Präsenzunterricht durch nichts zu ersetzen ist, zeigt eine Studie aus der Pädagogischen Psychologie an der Frankfurter Goethe-Universität. In einem systematischen Review wurden mit wissenschaftlichen Datenbanken weltweit jene Studien identifiziert, in denen die Auswirkungen der coronabedingten Schulschließungen auf die Leistungen und Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern berechnet wurden. Das Ergebnis: Trotz der vielfältigen Bemühungen, den Schulbetrieb durch Distanzunterricht und Online-Angebote während der coronabedingten Schulschließungen so gut wie möglich aufrecht zu erhalten, sind bei vielen Schülerinnen und Schülern enorme Leistungsdefizite entstanden. Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 sei vergleichbar mit den Effekten von Sommerferien.

 

Bessere Online-Lehre im zweiten Lockdown

Besonders stark zu beobachten seien Kompetenzeinbußen bei Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Elternhäusern. "Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich während der ersten coronabedingten Schulschließungen noch weiter geöffnet", schlussfolgert Andreas Frey, einer der Verfasser der Studie. Allerdings gebe es auch erste Anhaltspunkte dafür, dass die Effekte der späteren Schulschließungen ab Winter 2020/21 nicht zwangsläufig ebenso drastisch ausfallen müssen. Inzwischen habe sich die Online-Lehre vielerorts verbessert, dies scheint die negativen Effekte abfedern zu können.



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