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Lokführer-Streik in den Ferien: Bahnkunden müssen sich auf Verzögerungen einstellen

streik Bisher ungewisser Notfallplan

Frankfut a.M./Sachsen. 

Frankfut a.M./Sachsen. Die Lokführergewerkschaft GDL hat sich für einen Streik bei der Deutschen Bahn entschieden. Bei der Urabstimmung der Gewerkschaft stimmten 95 Prozent der teilnehmenden Mitglieder für einen Arbeitskampf, teilte die Organisation schriftlich mit. Eine Bahn-Sprecherin sagte am gestrigen Montag, dass Streiks Kunden und Beschäftigte wie ein "Schlag ins Gesicht" treffen würden. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft wies darauf hin, dass ein Streik bei der Bahn auch "die unter den Folgen der Corona-Krise leidende Wirtschaft massiv schädigen" würde. Die GDL handele verantwortungslos und gefährde die wirtschaftliche Erholung, sagte Verbandsgeschäftsführer Markus Jerger der Funke-Mediengruppe.

Viele Probleme für Bahnkunden erwartet

Verspätungen, lange Wartezeiten, Zugausfälle und das ausgerechnet in den Sommerferien: Für Kunden der Deutschen Bahn könnten die kommenden Wochen schwierig werden. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bereitet derzeit die Pläne für einen harten Arbeitskampf vor. Auch wenn noch nicht feststeht, wann es zum Streik kommen könnte, ist die Deutsche Bahn in Alarmbereitschaft und rief die GDL noch einmal auf, zu verhandeln. "Diesen Streik braucht jetzt wirklich niemand", sagte der Personalchef des bundeseigenen Bahnkonzerns, Martin Seiler. Dies sei eine "Attacke auf das ganze Land". Die Bahn arbeitet derzeit an einem Notfahrplan, um so wenigstens eine Grundversorgung aufrechterhalten zu können.

Machtkampf zwischen GDL und EVG

Neben dem Streit über Einkommenszuwächse tobt im Konzern ein Machtkampf zwischen der GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Für die GDL sind hohe Tarifabschlüsse für möglichst viele Berufsgruppen und Beschäftigte eine Frage des Überlebens und der künftigen Wachstumsmöglichkeiten. Denn die Bahn muss das Tarifeinheitsgesetz umsetzen. In den rund 300 Betrieben des Unternehmens soll danach nur noch der Tarifvertrag der jeweils größeren Gewerkschaft zur Anwendung kommen. Meist ist das die EVG. Die GDL hat angekündigt, der Konkurrenz Mitglieder abjagen zu wollen.

Dauer des Streiks noch unklar

Reisende sollten sich auf einen eventuellen Streik vorbereiten und nach Alternativen wie Mietwagen, Bus oder einem Flug suchen. Wichtig ist auch, ein Corona-Impfzertifikat oder einen negativen Corona-Test bei sich zu tragen für den Fall, dass man in einer Stadt strandet. In verschiedenen Bundesländern müssen nach wie vor negative Antigen-Schnelltests vorgelegt werden.

Update: Die Streiks sollen bereits in der Nacht zum Mittwoch starten und vorerst bis Freitag andauern.