Müller-Rosentritt: "Wir brauchen ein liberales Bollwerk gegen Extremisten!"

Politik Neuer Vorsitzender der FDP Sachsen im Interview

Frank Müller-Rosentritt, der seit 2017 die Region im Deutschen Bundestag vertritt, ist seit dem 2. November auch Vorsitzender der FDP Sachsen. Im Interview mit der BLICK-Redaktion sprach er über seine Beweggründe für die Entscheidung und die Ziele, die er in seinem neuen Amt verfolgen will.

Herr Müller-Rosentritt, was hat Sie bewogen sich für das Amt als FDP-Landesvorsitzender bereit zu erklären?

In Zeiten, in denen ein Großteil der Bevölkerung den Eindruck hat, nicht alles sagen zu können, Reden von Politikern verboten oder blockiert werden oder sogar Eigentum von Politikern angegriffen wird, die nicht die eine - von einigen wenigen gewünschte - Meinung vertreten, ist der Einsatz für Freiheit und Vielfalt wichtiger denn je.

So wie ich 2014 nie geglaubt habe, dass ich mich als Bürger viel intensiver gegen Rechts engagieren muss, als Pegida in Dresden montags durch die Straßen zog, so habe ich niemals gedacht, dass ich mich 2019 einmal so sehr für Freiheit und unser Gesellschaftssystem einsetzen muss. Wir Bürger müssen uns jeden Tag dafür einsetzen. Wir können diese Verantwortung an niemanden delegieren, sondern jeder ist dafür selbst verantwortlich. Wir brauchen ein liberales Bollwerk gegen Extremisten von links und rechts!

Was möchten Sie in Ihrem Amt bewegen?

Wir brauchen dringend eine Stimme der Freiheit und Vernunft, die in Zeiten großer Verbotsdebatten nur eine Richtung kennt. Nicht links, nicht rechts, sondern: nach vorn! Eine progressive Stimme, die Vielfalt stets als Quelle des Fortschritts begreift, ist notwendiger denn je. Insbesondere die Landwirte, die Handwerker, der Mittelstand und die gesamte Start Up Szene sollen während meiner Amtszeit keine Zweifel daran haben, welche Partei ihre Interessen vertritt und damit auch die hunderttausender Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Wie sehen Sie die Situation der FDP in Sachsen derzeit? Wie kann es der FDP gelingen, 2024 wieder in den Landtag einzuziehen?

Es besteht zweifellos große Nachfrage nach einer Partei, die die Werte der Humanität groß schreibt und trotzdem auf Einhaltung von Regeln setzt. Denn nicht jede Position des Rechts ist automatisch eine rechte Position. Dafür benötigt es aber auch einen zügig und gut funktionierenden Rechtsstaat. Wir brauchen dringend mehr Akzeptanz für insbesondere in Sachsen dringend benötigte ausländische Fachkräfte. Um selbige zu erreichen, müssen wir aber auch alle Menschen, die kein Recht haben sich hier aufzuhalten, konsequent zurückführen. Sachsen muss zudem ein echter Magnet für ausländische Forscher, Künstler und Fachkräfte werden.

Wie vereinbaren Sie die Rolle als Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der FDP in Sachsen?

Die Verbindung zwischen Land und Bund ist von großer Bedeutung für meine Entscheidungen als Abgeordneter im Bundestag. Der Schlüssel für den Erfolg sind zuverlässige Mitarbeiter mit denen man sehr vertrauensvoll zusammenarbeiten kann. Die habe ich. Ohne mein Team in Berlin, Chemnitz und Dresden wäre das nicht möglich. Auch meine Frau und meine drei Töchter tragen wesentlich zum Erfolg bei.