Mindestlohn: "Ein unverzichtbarer Baustein"

Fachkräftesicherung Mit der letzten Erhöhung ist Minister Martin Dulig unzufrieden

"Der flächendeckende Mindestlohn in Deutschland ist und bleibt unverzichtbar, er ist ein historischer Erfolg", machte Arbeitsminister Martin Dulig kürzlich bei einer Debatte im Landtag klar. Er wies darauf hin, dass die Einführung des Mindestlohns in keinem anderen Bundesland zu größeren positiven Effekten geführt hat als in Sachsen. "Ganze 44 Prozent der Betriebe erhöhten die Löhne infolge der Mindestlohneinführung, 16 Prozent unserer Beschäftigten profitieren vom allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn."

Auch andere Bestandteile sind wichtig

Mit der jüngst beschlossenen Erhöhung des Mindestlohns auf 9,19 Euro zum 1. Januar 2019 und 9,35 Euro zum 1. Januar 2020 zeigte sich der Arbeitsminister dennoch unzufrieden. "Die Steigerungen hätten kräftiger ausfallen müssen. Ich bin der Meinung, dass niemand, der Vollzeit arbeitet, unter 2.000 Euro im Monat verdienen sollte. Das ist eine Frage des Respekts vor den Arbeitsleistungen auch hier in Sachsen. Deshalb unterstütze ich es, den Mindestlohn in absehbarer Zeit auf 12 Euro anzuheben."

Der Mindestlohn sei aber nur ein Baustein im Lohngefüge. Er müsse flankiert werden von einer starken Tarif- und Sozialpartnerschaft und einer starken betrieblichen Mitbestimmung: "Wir brauchen mehr Tarifbindung, vor allem in Sachsen." Die Arbeitgeber müssten endlich alle erkennen, dass es, gerade in Zeiten zunehmender Fachkräfteknappheit, wichtig ist, gute Löhne zu zahlen. Viele hätten das schon erkannt.