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Nach Leipziger Baggerbesetzung kommt "Hildebrands Eck" jetzt doch

Baumaßnahmen Wirklich keine Zauneidechsen?

Leipzig. 

Leipzig. Trotz lautstarker Bürgerproteste inklusive Baggerbesetzung entstehen auf dem Eckgrundstück zwischen Hildebrand- und Bornaische Straße nun doch wie geplant Eigentumswohnungen. Bei einer städtischen Einmalbegehung der Fläche hatte man die Ansiedlung der geschützten Zauneidechse ausgeschlossen - der temporäre Baustopp wurde aufgehoben.

Am 7. Mai 2021 hatte der couragierte Anwohner Willi Richter auf dem Baugrund zum Erhalt dort wahrgenommener Zauneidechsen spontan morgens um 6 Uhr einen bereitstehenden Bagger besetzt. Nach diversen Telefonaten mit der Stadt Leipzig hatte er für das Areal einen temporären Baustopp über hier avisierte Eigentumswohnungen mit dem Namen "Hildebrands Eck" erwirkt. Willi wurde daraufhin Anfang Juni im Übrigen durch die Tierschutzorganisation PETA für sein Engagement ausgezeichnet.

Nachdem an besagtem Freitagmorgen die Polizei gerade ums Eck verschwunden war, hatten Arbeiter den Baugrund plötzlich mit roter Farbe markiert, um ungeachtet des soeben mündlich von den Behörden verhängten Baustopps große Erdlöcher auszuheben. Dem Vernehmen nach sollten es Bodenproben gewesen sein. Anwohnern und Medienvertretern kam die Baggerei allerdings suspekt vor, so dass die Ordnungshüter ein zweites Mal anrückten.

Unklare Gehölzrodungen an "Hildebrand`s Eck

Zum folgenden Wochenende herrschte an der Hildebrandstraße 40 nach dem Baustopp zunächst Ruhe: Der Bagger war abgezogen, die Erdkrater hatte der Bauherr im Beisein seines argwöhnischen Publikums wieder zuschütten lassen. Das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege der Stadt Leipzig äußerte sich auf Anfrage zu einer grundsätzlichen Baugenehmigung wie folgt: Eine Baugenehmigung für das Grundstück an der Hildebrandstraße 40 soll zunächst bis zum Jahre 2018 vorgelegen haben, und 2019 wurde sie angeblich wegen einer Antrags-Änderung erneut beschieden.

Der vorübergehende mündliche Baustopp am 7. Mai für die Fläche wurde demnach wegen zuvor erfolgter, unklarer Baum- und Gehölzfällungen und von Bürgern gesichteter Zauneidechsen verhängt.

Waren wirklich keine Zauneidechsen vorhanden?

Nach zeitnaher Grundstücksbegehung am 11. Mai durch Amtsvertreter schloss die Stadtverwaltung: "Es wurden keine Hinweise auf eine Ansiedlung von Zauneidechsen oder ähnlich schützenswerte Tiere auf dem Grundstück vorgefunden. Der Zeitpunkt der Baumfällungen konnte vor Ort nicht exakt festgestellt werden. Ein entsprechender Nachweis darüber, wann die Fällungen erfolgt sind, steht aktuell noch aus und soll gegenüber dem Amt für Umweltschutz noch beigebracht werden. Mit den Arbeiten auf dem Grundstück kann von Seiten des Amtes für Bauordnung und Denkmalpflege ab heute wieder begonnen werden."

Letzteres passierte zum Leidwesen der Connewitzer Naturschützer wenig später. Alles in allem regte sich Unmut unter den engagierten Anwohnern - nach Expertenansicht können Zauneidechsen nämlich nur in mindestens sechs Begehungen in ihrem Lebensraum festgestellt werden.



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