Neue Herausforderungen für Sachsens Polizeibeamte

Kriminalstatistik Gewaltdelikte und Wohnungseinbrüche gestiegen

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Foto: Harry Härtel

Die jüngste Entwicklung der Kriminalität im Freistaat ist geprägt durch die Zuwanderungssituation und die gewachsene Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus. Diese veränderte Sicherheitslage geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 für Sachsen hervor, die Innenminister Markus Ulbig diese Woche vorstellte.

Bei der Polizei wird aufgestockt

Demnach wurden im vergangenen Jahr fast 325.000 Straftaten registriert, knapp 10.000 mehr als noch ein Jahr zuvor. Dieser Anstieg sei vor allem auf die gewachsene Zahl von Straftaten durch Zuwanderer zurückzuführen. So ist zum Beispiel unter allen ermittelten Tatverdächtigen der Anteil an nichtdeutschen Tatverdächtigen von 6,7 Prozent im Jahr 2015 auf 10,2 Prozent in 2016 angestiegen.

Ulbig: "Die veränderte Sicherheitslage stellt uns auch bei der Kriminalitätsbekämpfung vor neue Herausforderungen. Dort, wo wir Veränderungsbedarf erkannt haben, handeln wir. So wird das Personal bei der Polizei sukzessive aufgestockt und die Ausstattung Schritt für Schritt erweitert. Diesen Prozess setzen wir im Sinne einer zukunftsorientierten Sicherheitspolitik fort."

Sonderkommissionen sind erfolgreich

Auch die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle ist 2016 um zehn Prozent gestiegen. Die Aufklärungsquote lag bei 20 Prozent. Wirkung zeige dagegen die "Sonderkommission Kfz" beim Landeskriminalamt, die seit Oktober 2013 den Autodiebstahl bearbeitet. So gab es im vergangenen Jahr mit 2.886 Kfz-Diebstählen rund 200 weniger als 2015. "Die sinkende Zahl von Autodiebstählen ist Ausdruck der weiter wachsenden Zusammenarbeit mit der Polizei in Polen und Tschechien", erklärt Ulbig. Auch der Erfolg der SoKo Kfz schlägt sich in den Zahlen nieder."

Bedenklich entwickelt sich jedoch die Zahl der Delikte im Bereich Gewaltkriminalität, die 2016 um 14 Prozent gestiegen ist. Dabei haben Zuwanderer mit 1.242 Fällen mehr als 20 Prozent Anteil an allen Körperverletzungsdelikten. Die Aufklärungsquote lag bei rund 76 Prozent.