Patches an Polizeiuniform sorgen für Trubel im Netz: Ist der Beamte selbst ein Nazi?

Blaulicht "Molon labe" (dt.: Komm, hol sie dir) - rechts einzuordnen?

Ostritz. 

Ostritz. Am Wochenende ereignete sich das Rechts-Rock-Festival "Schild und Schwert" im Osten von Sachsen, bei dem sich hunderte Neonazis trafen. Die Initiative "Rechts rockt nicht" postete am Samstag über Twitter ein Foto eines Polizisten, was für Aufsehen und tausende Kommentare und Retweets im Netz sorgte.

Denn der Beamte der Bundespolizei, der das Festival unterstützend absicherte, trug auf seiner Polizeiuniform Patches, die die Initiative "Rechts rockt nicht" in den rechten Sektor einordnete und schrieb: "Was sollen denn diese Abzeichen bedeuten @PolizeiSachsen @bpol_pir? Sind diese offiziell oder mal wieder ein Einzelfall? #rechtsrocktnicht #ostritz"

Patches und Armband sorgen für Aufsehen

Zu sehen ist ein Symbol der Kreuzritter mit dem Spruch "Recte faciendo neminem timeas" (dt.: Tue recht und scheue niemand). Darunter plaziert befand sich ein Abzeichen mit dem altgriechischen Spruch "Molon labe" (dt.: Komm und hol sie dir). Letzteres wird vor allem von Anhängern des Rechts auf Waffenbesitzes in den USA benutzt. Es soll verdeutlichen, nicht kampflos aufzugeben.

Auch das blau-schwarze Armband ist auffällig. Vibrationsbear schreibt auf Twitter: "Und Vorsicht bei dem Armband. Hat vielleicht nach Möglichkeit sein Kind für ihn gemacht bedeutet aber ganz klar Nazi." Es wurde spekuliert und wild diskutiert: "Zum einen stellt diese Blueline die Anteilnahme an gefallenen bzw. getöteten Kollegen in Einsätzen da. Zum anderen kann dieses Armband einfach geöffnet und als Rettungsleine bzw. zum Abseilen verwendet werden. Hat keinerlei rechte Orientierung", meint TheMandarinchen.

"Die Patches sind strafrechtlich nicht relevant"

Der Aufschrei im Internet war groß. Die Polizei Sachsen äußerte sich schnell dazu: "Zur Klarstellung, die Patches sind strafrechtlich nicht relevant. Sie wurden nach Rücksprache entfernt. Bezüglich eines möglichen Verstoßes zu Bekleidungsvorschriften liegt die Verantwortung bei der Bundespolizei, die diese auch wahrnimmt." Der Fall werde intern geklärt, heißt es. "Die Dienstkleidung hat immer neutral zu sein, ein Grundsatz im polizeilichen Auftreten. Es hat Gründe, warum es Vorschriften zum Erscheinungsbild gibt, auch um entsprechende Missverständnisse oder Interpretationen auszuschließen", äußert sich die Polizei Sachsen erneut.

Die Meinungen der User sind gespalten. Stephan M. weiß: "Das Symbol [...] ist nicht unbedingt rechts, aber an einer Polizeiuniform dennoch deplatziert." Objekt_klein Z sagt: "Diese Spartaner Symbolik wird halt auch gerne von der IB in Videos, auf Flyern etc. benutzt. Von daher würde ich sie im heutigen Kontext schon als rechts ansehen #Rechtsterrorismus #rechtsrocktnicht #FCKNZS #Rechtsstaat".

Polizei hat mit feindlichen Unterstellungen zu kämpfen

Immer wieder muss sich die Polizei Anfeindungen und Unterstellungen stellen. "Die Polizei Sachsen ist doch komplett rechts unterwandert. Guckt Euch die Dreckstypen mal an. Faschos in Polizeiuniform. Ist das die Exekutive oder ein Treffen von Kaputten. Eine Schande!", schreibt ein User, der sich Don Ricardo nennt. Die Polizei Sachsen reagiert: "Eine Schande ist solch eine Unterstellung gegenüber uns, unseren Kolleginnen und Kollegen! Unsere Beamtinnen und Beamten sorgen das ganze Wochenende gemeinsam mit Kräften anderer Bundesländer und der Bundespolizei in Ostritz für Sicherheit und Ordnung."