Rollentausch der Bundesminister

Angemerkt In der Regierung ist Fachwissen scheinbar nicht mehr vonnöten - ein Kommentar von Wieland Josch

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Foto: Deutscher Bundestag/ Achim Melde

Berlin. Nun ist es endlich geschafft. Nach fast einem halben Jahr hat sich in Berlin eine Regierung zusammengebastelt und in der Ministerriege versammeln sich alte Bekannte gemeinsam mit Nobodys und Feigenblättern, die dazu da sind, so zu tun, als ob sich irgendetwas ändern könnte.

Und es ist zu erleben, dass es manchmal genügt, in einer bestimmten Etage des Politik-Hochhauses angelangt zu sein. Dort gilt man dann automatisch als Multitalent. Ein Justizminister darf mal flott Außenminister werden, der Kanzleramtschef wechselt anstandslos ins Wirtschaftsressort und im Verkehrsministerium übernimmt der nächste Ex-Generalsekretär das Steuer.

Das ist in etwa so, als würde in einem Betrieb die junge Auszubildende zur Geschäftsführerin, bloß weil sie besser aussieht. Denn Fachwissen ist scheinbar nicht immer vonnöten. Es schleicht sich der Gedanke ein, dass für die Inhalte derselben ganz andere Leute zuständig sind, die gar nicht mit am Kabinettstisch sitzen.