Sächsische AfD wählt Urban erneut zum Landeschef

Politik 400 Delegierte kamen zum Landesparteitag

Weinböhla. 

Weinböhla. Am gestrigen Samstag wählte die sächsische Alternative für Deutschland (AfD) in Weinböhla im Landkreis Meißen ihren neuen Vorstand. Dabei waren rund 400 Delegierte zum Landesparteitag im Zentralgasthof in Weinböhla erschienen.

Chrupalla: Mehr Selbstreflexion

Das Grußwort sprach der Ehrenvorsitzende der Partei und Chef der Bundestagsfraktion, Alexander Gauland. Eine Mitverantwortung der AfD für die Ereignisse in Hanau wies er deutlich zurück, gab aber auch zu, dass die Partei Fehler gemacht habe. Er sei bereit, "auf bestimmte Begriffe zu verzichten" - unter der Bedingung, dass die anderen Parteien damit aufhörten, die AfD ständig als Nazis oder Faschisten zu pauschalisieren.

Bundessprecher Tino Chrupalla betonte erneut die Wichtigkeit der Selbstreflexion. Dabei bezog er sich auf den "Offenen Brief", den er zu Beginn der Woche mit Co-Chef Jörg Meuthen an alle Mitglieder versandte. Man solle sich fragen, wieso Medien und Politik die AfD mit den Ereignissen in Hanau in Verbindung bringen könne. Das betonte er auch wieder in Weinböhla und rief zur Mäßigung auf.

Urban deutlich bestätigt

Nach haushaltspolitischen Punkten standen die Wahlen des neuen Landesvorstands an. Der bisherige Landeschef, Jörg Urban, wurde mit mehr als 87 Prozent der abgegebenen Stimmen als Landessprecher deutlich bestätigt. Der Landtagsabgeordnete lobte die Geschlossenheit des sächsischen Landesverbandes, denn nur als "gute Truppe" werde man die Ziele umsetzen können. Ihm folgen Landtagsabgeordneter Jan Zwerg als Generalsekretär und Bundestagsabgeordneter Siegbert Dröse als erster Stellvertreter. Die Landtagsabgeordneten Joachim Keiler, Andreas Harlass, Thorsten Gahler, Martina Jost und Sebastian Wippel wurden als Vorstandsmitglieder bestätigt. Neu im Vorstand sind unter anderem Bundestagsabgeordneter Karsten Hilse und Landtagsabgeordnete Doreen Schwietzer.

Zum Schluss wurden politische Inhalte wie die Einrichtung einer Stelle für die Auffassung politisch motivierter Angriffe auf Personen und Sachen sowie eine Resolution zum "Grenzschutz" debattiert.

Am Rande des Parteitages hatten verschiedene Gruppierungen wie "Buntes Meissen" zur Gegendemonstration vor dem Zentralgasthof aufgerufen. Rund 100 Personen nahmen teil. Die Veranstaltung verlief ohne Zwischenfälle.