Sachsen-AfD-Chef Urban: "Jetzt erst recht!"

Politik Wahlkampfauftakt der sächsischen AfD

Lommatzsch. 

Lommatzsch. "Jetzt erst recht!" hieß es immer wieder bei der Wahlkampfauftaktveranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) in Lommatzsch am Sonntagnachmittag. Nach der Streichung der Mehrheit der Landesliste für die Wahl zum Sächsischen Landtag ging die Partei in die Offensive und demonstrierte trotz des parteiinternen Streits um Björn Höcke Geschlossenheit - mit Unterstützung aus Thüringen, Berlin, Brandenburg und Brüssel. Neben dem sächsischen Landeschef Jörg Urban kamen auch Andreas Kalbitz (Landesvorsitzender Brandenburg), Christine Anderson (Mitglied des EU-Parlaments), Karsten Hilse (Bundestagsabgeordneter) und eben Björn Höcke (Landesvorsitzender Thüringen) in die Kleinstadt Lommatzsch. Im bis zum letzten Platz gefüllten Saal sprachen die Politiker unter anderem über Migration, CO2-Steuer, den Euro, Bildung, Klimawandel und die gestrichene Landesliste.

Urban: "Juristisch absolut unhaltbaren Vorwürfe"

Jörg Urban sprach als Erster vor den rund 400 Besuchern. Er thematisiert hauptsächlich die seiner Meinung nach "juristisch absolut unhaltbaren Vorwürfe" in Bezug auf die kürzliche Entscheidung des Landeswahlausschusses, die Plätze 19 bis 61 der Landesliste der sächsischen AfD zur Landtagswahl zu streichen. Gegen diese Entscheidung wurden jüngst Verfassungsbeschwerden eingereicht. "Die Altparteien fürchten sich vor der freien Wahlentscheidung der Bürger", so Urban, "das ist ein Angriff auf die Demokratie selbst."

"Hätten die ihren Job richtig gemacht, dann gäbe es uns gar nicht"

Nach dem Bundestagsabgeordneten Karsten Hilse und Christine Anderson, Abgeordnete im Europaparlament, trat der brandenburgische Landeschef Andreas Kalbitz ans Rednerpult. Er betonte, dass dieses Land Veränderung brauche und, dass die AfD, egal ob in (Regierungs-)verantwortung oder Opposition, wirken werde. "Die AfD ist nicht die Ursache für irgendwas, die AfD ist die Wirkung auf das Versagen der Anderen. Hätten die ihren Job richtig gemacht, dann gäbe es uns gar nicht."

Höcke sieht "historische Chance"

Als Letztes sprach Björn Höcke, Landesvorsitzender in Thüringen und prominentester Vertreter das rechten Flügels der Partei. "Wir haben eine historische Chance bei den kommenden Landtagswahlen, ein Ergebnis einzufahren, das als Symbol in ganz Deutschland wahrgenommen wird", sagt er. In seiner Rede riss Höcke viele Themen an, so beispielsweise "das Ideologieprojekt Euro", "die stille Enteignung des Sparers" oder "das sich schon immer wandelnde Klima"... Hier betonte er: "Wir können das Weltklima in Deutschland und in Sachsen nicht retten!"

Am 1. September finden in Sachsen Landtagswahlen statt.