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Sachsen ordnet "wohlwollende Benotung" für Schüler an

Bildung Kultusministerium will pandemiebedingte Nachteile für Schüler ausgleichen

Masken in der Schule, Lernen zu Hause oder in Notbetreuung, kaum Kontakt zu Klassenkameraden, sporadischer Präsenzunterricht - auch den sächsischen Schülerinnen und Schülern wird in der Corona-Zeit einiges abverlangt. Um pandemiebedingte Nachteile auszugleichen und gleichzeitig Erleichterung zu schaffen, hat das Kultusministerium nun ein umfangreiches Maßnahmenbündel geschnürt.

 

"Wir lassen Schüler nicht im Stich"

"Den Schülerinnen und Schülern sollen trotz schwieriger Umstände kurz- und langfristig keine Nachteile entstehen. Die Gesundheit der Schüler und ihre berufliche Entwicklung stehen an erster Stelle", so Kultusminister Christian Piwarz. "Niemand soll fürchten, seinen Schulabschluss später nicht anerkannt zu bekommen. Wir lassen die Schüler nicht im Stich." Das Maßnahmenbündel umfasst neue Vorgaben für den Unterricht, die Prüfungen und Bewertung von Schülerleistungen. Die wesentlichen Maßnahmen im Überblick:

 

Grund- und Förderschulen

 

Bei der Benotung sollten die Lehrkräfte ihre Ermessungsspielräume wohlwollend auslegen und im Zweifel zu Gunsten der Schüler anwenden. Die Kompetenztests in den Klassenstufe 3 entfallen.

Grundschüler erhalten die Halbjahresinformation am 10. Februar. Förderschüler bekommen die Halbjahresinformation im Zeitraum vom 10. bis 15. Februar - in der Regel am 10. Februar. Die Bildungsempfehlung in Klassenstufe 4 wird ebenfalls am 10. Februar erteilt.

 

Oberschulen, Abendoberschulen und Förderschulen

 

- Abwahl von Fächern: Realschüler der Klassenstufe 10 können sich sehr frühzeitig bis spätestens zum 26. Februar für ein naturwissenschaftliches Prüfungsfach entscheiden. Die Teilnahme am Unterricht in den nicht gewählten naturwissenschaftlichen Fächern ist dann nicht mehr verbindlich. Auch können die Realschüler bis zu zwei weitere Fächer abwählen, in denen keine mündliche Prüfung stattfinden soll. Der Unterricht auch in diesen Fächern ist dann nicht mehr verbindlich. Schüler, die den Hauptschul- oder qualifizierenden Hauptschulabschluss erwerben, können ebenso bis zu drei Fächer, in denen keine mündliche Prüfung stattfinden soll, abwählen.

 

- Abschlussklassen: Ab 3. Mai konzentriert sich der Unterricht ausschließlich auf die schriftlichen und die gewählten mündlichen Prüfungsfächer. Für die Abschlussprüfungen stehen zwei Prüfungstermine zur Verfügung. Der Ersttermin ist der reguläre Termin. Eine Nichtteilnahme am Ersttermin ist nur aus wichtigem Grund möglich. In Vorbereitung auf die Abschlussprüfung 2021 wurden den Schulen bereits zu Schuljahresbeginn Themen benannt, die nicht Schwerpunkt der zentralen schriftlichen Prüfungen sein werden. Außerdem wird für alle schriftlichen Prüfungen eine Arbeitszeitverlängerung von jeweils 15 Minuten gewährt.

 

- Wiederholer: Schülerinnen und Schülern, die die Abschlussklasse dennoch freiwillig wiederholen wollen, soll dies gewährt werden. Die Wiederholung gilt in diesem Falle nicht als Wiederholung wegen Nichtversetzung und wird der Verweildauer an der Schule nicht angerechnet.

 

Allgemeinbildendes Gymnasium und berufliches Gymnasium

 

- Weniger Themen in der Abiturprüfung: Den Schulen wurden bereits zu Schuljahresbeginn Themen benannt, die kein Schwerpunkt der zentralen schriftlichen Prüfungen sein werden.

 

- Wahlmöglichkeit bei Prüfungsterminen: Die Teilnahme am Ersttermin ist freiwillig. Wer sich zum Ersttermin noch nicht in der Lage sieht, die Prüfung abzulegen, kann auf den Zweittermin ausweichen. Eine Teilnahme am Zweittermin ist dann jedoch Pflicht.

 

- Korrekturen: Die Zweit- und auch Drittkorrekturen der Abiturprüfungen erfolgen an der jeweiligen Schule. Das soll eine faire Benotung sichern, wenn in Einzelfällen Prüfungsinhalte aufgrund des bisherigen Infektionsgeschehens an der Schule nicht ausreichend behandelt werden konnten.

 

- Mehr Arbeitszeit für Prüflinge: Die Arbeitszeit wird in allen schriftlichen Abitur- und Ergänzungsprüfungen um eine pandemiebedingte Zusatzzeit von 30 Minuten erhöht