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Sachsen verdreifacht Kapazität der mobilen Impfteams

Corona Köpping: "Deutliche Unterstützung des Regelsystems"

Sachsen. 

Sachsen. Seit September ist das Regelsystem mit den niedergelassenen Ärzten, Betriebsärzten und Krankenhäusern bundesweit wie auch in Sachsen Hauptakteur der Impfkampagne. Um auf die gestiegene Nachfrage insbesondere nach Auffrischungsimpfungen zu reagieren, verdreifacht der Freistaat die Kapazitäten des staatlichen Zusatzangebotes. Dies hat das Kabinett beschlossen. Die Freigabe durch den Haushalts- und Finanzausschuss liegt nun auch vor. Bereits seit dieser Woche wurde die Kapazität der 30 mobilen Teams durch personelle Verstärkung verdoppelt, auf nunmehr insgesamt bis zu 6000 Impfungen pro Tag und 36 000 Impfungen pro Woche.

Weitere Erhöhung der Kapazitäten angestrebt

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt, möglichst ab 1. Dezember, soll die Zahl der mobilen Impfteams erhöht werden, um dann eine Tageskapazität der Teams von 9000 Impfungen bzw. 54 000 Impfungen pro Woche zu erreichen. In jedem Landkreis und jeder Kreisfreien Stadt soll es mindestens einen festen Standort der mobilen Teams als verlässlichen Anlaufpunkt geben. Die Absprachen zur Einrichtung laufen derzeit. Ein Terminmanagement-System für die Buchung eines Impftermins ist in Vorbereitung.

Impfteams sollen bis März 2022 im Einsatz sein

Konkret sind zum nächstmöglichen Zeitpunkt für Dresden und Leipzig acht große Teams mit einer Kapazität von 1600 Impfungen pro Tag geplant, für Chemnitz vier große Teams mit einer Kapazität von 800 Impfungen täglich. Die Landkreise sind dann mit jeweils zwei großen und einem kleinen Team ausgestattet. Die Impfkapazität dort liegt bei 500 Impfungen täglich durch die mobilen Teams. Sie sollen nach derzeitigem Stand bis Ende März 2022 im Einsatz sein.

Die Booster-Impfung ist nun essenziell

Gesundheitsministerin Petra Köpping: "Bis vor kurzem waren die Impfangebote nicht ausgelastet. Wir haben aber immer gesagt, dass wir unsere Impfangebote dort verstärken, wo das Regelsystem unterstützt werden muss. Dies tun wir jetzt. Impfen ist eine gemeinsame Aufgabe! Wichtig ist jetzt eine Kraftanstrengung von allen beteiligten Partnern. Insbesondere die Booster-Impfung für Ältere und Vorerkrankte ist essentiell, damit sie den bestmöglichen Schutz bekommen. Es ist genügend Impfstoff da."

Marburger Bund fordert Wiedereröffnung der Impfzentren

Der Marburger Bund hat die Wiedereröffnung der Impfzentren in Sachsen gefordert. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Impfzentren im Freistaat Sachsen geschlossen blieben, sagte am Freitag Torsten Lippold, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen. "Wir brauchen kurze Wege, kurze Wartezeiten und unbürokratische Angebote für eine Impfung - und das nicht nur in den Metropolen, sondern vor allem dort, wo die Impfquoten niedrig und die Inzidenzen hoch sind."

Arztpraxen schon jetzt größtenteils überlastet

Neben den Impfstellen und mobilen Teams des DRK bieten derzeit rund 2000 Praxen und einige Krankenhäuser in Sachsen Coronaschutzimpfungen an. Der Marburger Bund Sachsen sieht dies aber kritisch. "Krankenhäuser und Arztpraxen haben gerade jetzt, wo Grippe und andere jahreszeittypische Infektionskrankheiten neben Covid die Hauptschauplätze in der akutmedizinischen Behandlung sind, kaum zusätzliche Ressourcen. Die Masse der notwendigen Corona-Impfungen ist im laufenden Betrieb aber nicht zu bewältigen", sagte Helmut Friedlein, Stellvertretender Vorsitzender des MB Sachsen.

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