Sachsen verzeichnet extremen Anstieg von rechter Gewalt

Demokratie Fokus auf Toleranz, Weltoffenenheit und Gleichstellung

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Foto: Andyworks/Getty Images

Nach den Geschehnissen in Chemnitz im vergangenen August gab es sachsenweit Tumulte und Spannungen. Der Anstieg von Gewalt, Drohungen und Einschüchterungsversuche von rechts verzeichnete auch die Statistik der "Opferberatung Support" des Vereins RAA Sachsen e.V. . Demnach ist die Anzahl der Gewalttaten im Jahr 2017 von 229 auf 317 im Jahr 2018 gestiegen. Das bedeutet eine Zunahme von ganzen 38 Prozent.

Von 20 auf 79 Gewalttaten

Besonders in Chemnitz ist ein Zuwachs zu verzeichnen, dort vervierfachten sich die rechtsmotivierte Gewalttaten in 2018. Zusammenhänge mit dem Vorfall vom Stadtfestwochenende im vergangenem August liegen bei den Taten nahe.

Dazu die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping: "So bitter es auch ist, in Sachsen gehören rechte und rassistische Gewalt zur Lebensrealität. Es gibt keinen Grund, dies zu beschönigen. Die Kräfte und Strukturen von rechts bedrohen den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, dass die Demokratinnen und Demokraten in Sachsen eng zusammenstehen und sich für ein solidarisches und friedliches Zusammenleben einsetzen. Diese Bemühungen unterstützen wir aktiv mit unserem Demokratie-Zentrum Sachsen, zu dem der Träger die Opferberatung, die RAA Sachsen ebenso zählt, wie die Träger der Mobilen Beratung, der mobilen Schulberatung sowie die Koordinierungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA). Weitere Unterstützung stellen wir mit dem Landesprogramm 'Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz' seit Jahren zur Verfügung."

Um den Tendenzen in Sachsen entgegen zu wirken und Toleranz, Weltoffenheit und eine demokratischen Kultur wieder in den Fokus zu rücken, fördert der Freistaat Sachsen verschiedene Projekte. Das Landesprogramm "Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz" (WOS) bietet finanzielle Förderung, beratende Begleitung und Vernetzung für zivilgesellschaftliches Engagement.

Prävention für Islamistische Radikalisierung

Zudem plant die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration in Kooperation mit dem Sächsischen Staatsminister des Innern und dem Sächsischen Staatsminister der Justiz eine Beratungsstelle, die sich der Prävention islamistischer Radikalisierung widmet. Die Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA) bietet Maßnahmen zur individuellen Intervention an. Betroffenen werden durch das Violence Prevention Network, einer Organisation die sich für Extremismus­prävention sowie Deradikalisierung einsetzt sowie dem Aussteigerprogramm Sachsen unterstützt.