Sachsen wird zum Leitstandort für E-Mobilität

Innovation Die Erforschung alternativer Antriebe ist gefragter denn je

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Dorothea Langer und Prof. Josef F. Krems nehmen die erste intelligente Ladesäule am Uni-Standort Wilhelm-Raabe-Straße in Chemnitz in Betrieb. Foto: Sven Gleisberg

Abgasaffären, drohende Fahrverbote in deutschen Großstädten und eine Politik, die sich bei der Lösung des Problems in Zurückhaltung übt - keine Frage, das Image der Autoindustrie hat in den vergangenen Monaten arg gelitten.

Gerade im Autoland Deutschland war dieses Szenario lange Zeit undenkbar. Doch die aktuelle Diskussion um den Diesel und seine Zukunft birgt - mit etwas Abstand betrachtet - auch Chancen und Perspektiven. Denn sie heizt das Ringen um technologische Innovationen und die Antriebe der Zukunft weiter an.

Neue technische Lösungen sind gefragt

"Wir brauchen wirklich neue technische Lösungen für eine effiziente, kunden- und umweltfreundliche Mobilität von morgen", so die Meinung von Wirtschaftsminister Martin Dulig, der im Landtag kürzlich mehr Verantwortung der Hersteller gegenüber dem Verbraucher forderte.

"Die Automobilindustrie muss sich jetzt darum kümmern, dass die Umrüstung gerade beim Diesel funktioniert." Von einem Dieselverbot halte Dulig allerdings nichts: "In Verbindung mit alternativen Antrieben wie der Hybridtechnologie oder Wasserstoff werden Verbrenner noch lange ein wichtiges Element auf dem Weg zu einer klimaneutralen Mobilität sein. Mittel- und langfristig brauchen wir mehr Mut für Investitionen und echte Innovationen."

Ziel sei die Entwicklung von neuen emissionsarmen oder gar emissionsfreien Technologien hin zu einem neuen Zeitalter ganzheitlich gedachter, effizienter und vernetzter Mobilität.

Sächsische Fahrzeugwerke gehen voran

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich Sachsen derzeit zum Leitstandort für E-Mobilität. So ist der Freistaat mit seinen vier hochmodernen Fahrzeugwerken von Volkswagen, BMW und Porsche sowie einem Standort des Nutzfahrzeugherstellers MAN sehr gut aufgestellt.

Hinzu kommen zwei Komponentenwerke von Volkswagen und Daimler in Chemnitz und Kamenz sowie weitere rund 780 Zulieferer, Ausrüster und Dienstleister. Die einstige Wiege des deutschen Automobilbaus braucht den europäischen und internationalen Vergleich also nicht zu scheuen.

Das Vertrauen muss wieder hergestellt werden

Eines sollten Hersteller im Rahmen dieses Transformationsprozesses jedoch nicht aus den Augen verlieren:

Offenheit und Transparenz. Nur so lässt sich das Vertrauen der Verbraucher wieder herstellen. Abschließend sagte Dulig: "An der Zukunftsfähigkeit der Branche hängen hier im Freistaat viele tausend Arbeitsplätze und Know-how. Das dürfen wir nicht aufs Spiel setzen." Mehr als 80.000 Menschen sind heute in Sachsen in der Automobilbranche beschäftigt.