Sachsens traurigste Statistik: Neue Prognose sieht drastischen Einbruch bei Grundschülerzahlen

Bis zum Schuljahr 2040/2041 rechnen die Statistiker mit einem Rückgang von bis zu 25 Prozent

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Sachsens Schulen steuern auf einen tiefgreifenden Wandel zu: Laut aktueller Schülerzahlprognose des Statistischen Landesamtes bricht die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den kommenden Jahren massiv ein.

Kurve kippt ab 2027

Noch steigt die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler bis zum Schuljahr 2027/2028 leicht – um etwa 2,7 Prozent gegenüber heute. Doch ab dann kippt die Kurve steil nach unten.

Bis zu ein Viertel weniger Grundschulkinder

Besonders heftig trifft es die Grundschulen. Bis zum Schuljahr 2040/2041 rechnen die Statistiker mit einem Rückgang von bis zu 25 Prozent. Kaum ein anderer Bildungsbereich erlebt einen so drastischen Einbruch – ein deutliches Zeichen, dass der Geburtenrückgang nun spürbar im Klassenzimmer ankommt.

„Traurigste Statistik Sachsens“

Kultusminister Conrad Clemens findet klare Worte: „Die neue Schülerzahlprognose ist die traurigste Statistik Sachsens. Der Geburtenrückgang kommt an den Schulen an.“ Er mahnt zugleich, aus früheren Fehlentwicklungen zu lernen. Sparrunden der Vergangenheit hätten bereits dazu geführt, dass heute vielerorts Lehrkräfte fehlen und zu viel Unterricht ausfällt.

Schulnetz sichern: Trotz schrumpfender Zahlen?

Trotz sinkender Schülerzahlen möchte das Kultusministerium das Schulnetz im ländlichen Raum möglichst stabil halten. Lösungen sollen mehr Flexibilität bei der Klassenbildung und eine frühzeitige, bedarfsgerechte Planung der Lehrerstellen bringen. Vor allem Oberschulen und Schulen außerhalb der Großstädte sollen weiterhin ausreichend Personal bekommen.

Neue Lehrerbedarfsprognose im Januar

Das Ministerium kündigt an, bereits im Januar eine aktualisierte Lehrerbedarfsprognose vorzulegen. Diese soll zeigen, in welchen Schularten in den kommenden Jahren tatsächlich Lehrerinnen und Lehrer gebraucht werden und wo die Zahlen sinken.

Weniger Grundschullehrkräfte in Städten benötigt

Auch für die Universitäten hat die Entwicklung Folgen. Kultus- und Wissenschaftsministerium sprechen bereits über neue Zielvereinbarungen, um die Kapazitäten in den Lehramtsstudiengängen besser an die Realität anzupassen. Clemens betont: „Der Blick auf die Schülerzahlprognose der 2030er Jahre zeigt, dass wir absehbar insbesondere in den großen Städten weniger neue Grundschullehrkräfte brauchen. Es ist unsere Verantwortung, das offen zu kommunizieren und klare Perspektiven zu geben.“

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