Sachsens Wald geht es gut

Umwelt Waldzustandserhebung zeigt auch 2017 stabile Wuchsbedingungen

sachsens-wald-geht-es-gut
Foto: Valio84sl/Getty Images/iStockphoto

Dresden. Der Zustand der sächsischen Wälder befindet sich auf ähnlich gutem Niveau wie bereits im Vorjahr. Das geht aus dem Waldzustandsbericht 2017 hervor, den Umweltminister Thomas Schmidt am Mittwoch in Dresden vorstellte. "Die Voraussetzungen für die Waldbewirtschaftung waren in diesem Jahr gut", so Schmidt. "Vor allem die ausgeglichene Niederschlagsbilanz, vom trockeneren Mai abgesehen, hat trotz einer erhöhten Durchschnittstemperatur und der damit verbundenen zunehmenden Verdunstung für unsere Waldbäume stabile Wuchsbedingungen ergeben".

Wichtigstes Merkmal der Waldzustandserhebung ist der Kronenzustand. "2017 betrug der mittlere Nadel- und Blattverlust über alle Baumarten und -alter hinweg 16,7 Prozent", so der Minister. Damit liegt er im Bereich des Vorjahreswertes. Das Ergebnis mache deutlich, dass die Aktivitäten der letzten zwei Jahrzehnte zur. Kompensation der Schadstoffeinträge in die Waldböden erfolgreich waren. Hintergrund: Seit mehr als 30 Jahren werden vor allem im Erzgebirge flächendeckend geschädigte Waldbestände gekalkt, um der Versauerung der Böden aus vergangenen Jahrzehnten entgegenzuwirken.

Hinzu kämen die waldbaulichen Maßnahmen der Förster und Waldbesitzer, die ebenfalls die Regeneration unserer Wälder maßgeblich unterstützen. "Neben einer schonenden Waldpflege liegt dabei das Hauptaugenmerk auf der neuen Waldgeneration. Unser Ziel ist es ganz klar, durch aktiven Waldumbau stabile, arten- und strukturreiche, leistungsfähige Mischwälder zu schaffen", so Schmidt.

Herbststurm "Herwart" zog Spur der Verwüstung

Thomas Schmidt: "Allerdings bescherte Ende Oktober Sturm 'Herwart' dem Wald und der Forstwirtschaft in dem bis dahin an Problemen eher armen Jahr mit rund 690.000 Kubikmeter Bruchholz die nach Orkan 'Kyrill' bedeutendsten Sturmschäden der letzten Jahre. Regionale Schwerpunkte liegen im Wald von Erzgebirge und Vogtland, in den Forstbezirken Marienberg, Adorf und Bärenfels. Das Beräumen der geschädigten Bäume von den Waldflächen selbst soll möglichst bis spätestens März 2018 abgeschlossen sein.

Ziel ist es, alles für den Borkenkäfer potenziell brutfähige Material rechtzeitig aus dem Wald zu entfernen. Schmidt: "Kurz vor dem Weihnachtsfest gibt es in diesem Zusammenhang aber eine gute Nachricht: Auch die letzten Abschnitte der beliebten und für den Tourismus im Erzgebirge und im Vogtland wichtigen Kammloipe sind beräumt und stehen wieder für den Wintersport zur Verfügung." Die Auswirkungen von "Kyrill" sind im Waldzustandsbericht aufgrund der bereits im Juli und August stattfindenden Datenerhebungen nicht berücksichtigt.

Zustandserhebung im Detail

Im Rahmen der Waldzustandserhebung wurden an 6.792 Bäumen neben dem Nadel- oder Blattverlust und dem Vergilbungsgrad weitere Merkmale wie Blüte, Fruchtbildung, Anzahl der Nadeljahrgänge sowie biotische und abiotische Schäden aufgenommen. Zudem erfolgt für jeden Baum die Einordnung in eine der fünf Schadstufen. Demnach weisen im aktuellen Berichtsjahr 16 Prozent der Waldbäume eine deutliche Beeinflussung (Schadstufe 2 bis 4), 41 Prozent eine schwache Beeinflussung (Schadstufe 1) und 43 Prozent keine erkennbare Beeinflussung des Kronenzustandes (Schadstufe 0) auf.