window.dataLayer.push({ event: 'cmp_allow_fb', cmp_allow_status: false });
  • Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen
Sachsen
Mittelsachsen

Sächsische Racer zu Gast beim Ex-Weltmeister

MOTORSPORT Stefan Bradl bringt Nachwuchsprojekt in Schwung

Hockenheim. 

Hockenheim. Am Montag nach dem Finale der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) ging es auf der Rennstrecke in Hohenstein-Ernstthals Partnerstadt Hockenheim erneut mit Zweirädern rund. Der Ex-Weltmeister Stefan Bradl veranstaltete im Rahmen seines noch jungen Projekts hinsichtlich der Förderung des deutschen Motorrad-Nachwuchses seinen dritten "Stefan Bradl Rookie Day". Bei denen bekommen eingeladene deutsche Nachwuchsrennfahrer zum Null-Tarif die Möglichkeit, ihr Können auf einem von vier aktuellen Moto3-Motorrädern aus dem Hause Honda unter Beweis zu stellen. Natürlich steht den jungen Wilden Stefan Bradl mit Rat und Tat zur Seite, begleitet diese selbst mitfahrend oder beobachtet sie vom Streckenrand aus. Aber auch das Bindegleid zu Honda, der Ex-Grand-Prix-Pilot Adi Stadler, sowie die zahlreichen Techniker, allen voran der ebenfalls Ex-GP-Pilot und heutige Honda-MotoGP-Testteam-Verantwortliche Klaus Nöhles, kümmern sich rührend und Druck wegnehmend um die Kids und Jugendlichen mit großen Träumen.

 

Auch erfolgreiche Sachsen schnupperten einen Hauch Grand-Prix-Luft

Auf Grund der seit Jahren guten Nachwuchsarbeit des AMC Sachsenring und der aktuellen Erfolge, kam der Bayer erneut auch an einigen sächsischen Talenten nicht vorbei. Diesmal waren Richard Irmscher aus Lichtenau, Anina Urlaß aus Hohndorf bei Stollberg, Jason Rudolph aus St. Egidien und Dustin Schneider aus Adorf mit dabei. Hinzu kamen der Ex-Neukirchner und heute in Apolda beheimatete Phillip Tonn sowie der ebenfalls für den AMC Sachsenring startende Fynn Kratochwil aus Mühlhausen. Mit Richard Irmscher, Fynn Kratochwil und Jason Rudolph waren alle drei Mini-Bike-Meister der diesjährigen Saison eingeladen. Diese waren allesamt am Samstag zuvor im niedersächsischen Faßberg beim Finale des ADAC Mini Bike Cups im Einsatz, standen da aber bereits als die neuen Meister der Klassen Ohvale, Nachwuchs und Einsteiger fest. Anina Urlaß wurde in der Klasse Nachwuchs Vizemeisterin. Über Erfahrung mit richtigen Rennmotorrädern verfügten schon Dustin Schneider und Phillip Tonn, die nach ihren Erfolgen im ADAC Pocket bzw. Mini Bike Cup in diesem Jahr im Northern Talent Cup (Schneider) bzw. European Talent Cup in Spanien (Tonn) unterwegs waren.

 

Stefan Bradl stellt seine "Rookie Days" vor

 

Am Ende des letzten Stefan Bradl Rookie Days in diesem Jahr sagte der Moto2-Weltmeister des Jahres 2011: "Wir sind happy, dass wir die drei Tage (zwei Mal in Hockenheim, einmal auf dem Lausitzring, Anm. d. Red.) erfolgreich durchbringen konnten. Grundsätzlich waren die Resonanz und das Ganze ringsum sehr, sehr positiv. Das gibt mir auch viel Motivation und Energie, das nächstes Jahr weiter zu machen und das Ganze noch auszubauen. Wir haben eine gute Basis mit den ganzen Leuten hier und in Zusammenarbeit mit Honda, dass wir im deutschsprachigen Raum das beste Paket an Technik und so weiter zusammengeschnürt haben. Dann werden wir im nächsten Jahr schon ein bisschen auf die Performance schauen, was die Jungs und das eine Mädchen können. Wir wollen das noch mehr, noch besser und vielleicht auch noch intensiver durchführen."

Das Wichtigste für den Nachwuchs, um dem Niveau der jungen Spanier und Italiener möglichst nahe zu kommen, ist viel Trainings- und Rennzeit auf der Strecke. Ds weiß natürlich auch uns vor allem Stefan Bradl und erklärt dazu: "Einen eigen Cup zu installieren, vielleicht im Rahmen der IDM, wer weiß, ist das langfristige Ziel. Das wird für 2022 noch nicht funktionieren, aber vielleicht für 2023. Im nächsten Jahr wollen wir erst einmal schauen, dass wir diese Tage weiterführen, mit mehr Motorrädern noch ausbauen und die Bandbreite erweitern. Das kurzfristige Ziel ist, ein, zwei Deutsche in den Red Bull MotoGP Rookies Cup 2022 zu bringen. Dazu wollen wir sie fördern. Wir wollen sie bestmöglich vorbereiten, dass wir sie 2022 ohne große Sorgen in den Red Bull Rookies Cup schicken können. Das Nächste ist dann längerfristig, einen eigenen Cup zu machen. Im nächsten Jahr müssen sie sich im Northern Talent Cup, in der Honda Talent Challenge oder einer anderen Rennserie in erster Linie selbst durchschlagen. Dabei werden wir sie nicht dauerhaft begleiten können, denn unsere Zeit ist auch begrenzt. Aber wir wollen sie bestmöglich unterstützen, werden sie beobachten und parallel mit weiteren Rookie Days ergänzend aufbauen. Wir schauen, dass wir das Allerbeste für die Jungs und Mädels machen, dass sie auf solchen Rennmotorrädern mehr und mehr zum Fahren kommen. Das ist meines Erachtens die beste Vorbereitung für den Grand-Prix-Sport später."

Partner herzlich willkommen

In Hockenheim waren zusammen mit der "Hummel" (Anina Urlaß) insgesamt zwölf junge Rennfahrer eingeladen, wozu Stefan Bradl anmerkt: "Derzeit müssen wir die Leute ein bisschen vorsortieren, denn es sind nicht allzu viele dabei, die wir wirklich in die Spitze bringen können oder die zumindest zunächst einmal den Sprung schaffen können. Deshalb müssen wir irgendwann selektieren."

Da sich Motorsport nicht nur auf der Rennstrecke, sondern zunächst einmal zwischen Daumen und Zeigefinger monetär abspielt, sind starke Partner notwendig. Das weiß natürlich auch der Vollprofi Stefan Bradl und kann dazu schon erste Erfolgsmeldungen verkünden. "Ich sehe mich schon in der Lage, die Industrie mit an Bord zu holen. Wir haben jetzt schon sehr gute Partner dabei, ohne dass ich da selbst was machen musste. Die sind auf mich und das Projekt zugekommen, was mir sehr viel Freude bereitet. Ich musste bisher noch keine große Werbung machen, sodass sich das im Moment von allein trägt. Je mehr Unterstützung und Partner wir aus der Industrie, vorwiegend aus Deutschland, aber bekommen, desto besser ist es auch, um zu planen. Es ist zum Beispiel in Deutschland nicht einfach, eine Rennstrecke zu bekommen. Das kostet alles sehr viel Geld. In dem Sinn würde uns natürlich jegliche Unterstützung helfen, das Projekt zu finanzieren. Speziell wenn es darum geht, auf die Rennstrecken zu kommen, was der größte Kostenfaktor ist", so noch einmal der 32-Jährige.