Schule und Wirtschaft im Einklang

Handwerk Handwerkskammer Chemnitz startet in neues Ausbildungsjahr

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Handwerkskammer-Präsident Frank Wagner und Ralf Berger, Präsident des Landesamts für Schule und Bildung, vor dem Banner mit dem Handwerks-Manifest. Foto: Toni Söll  Foto: Toni Söll

Wirtschaft und Schule reichen sich die Hand. Das war nicht immer so. Es gab Zeiten - vor dem Lehrlingsmangel - da haben Träger beider Seiten bei Orientierungsfragen mit dem Finger aufeinander gezeigt. Nicht zuletzt aus diesem Grund sprach Ralf Berger diese Woche von "Symbolcharakter" als er beim Auftaktgespräch zum neuen Ausbildungsjahr neben Vertretern der Handwerkskammer Chemnitz Platz nahm. Der Präsident des Landesamts für Schule und Bildung (LASUB) lobte den mittlerweile engen Kontakt mit den Kammern. Die Zusammenarbeit in Sachen Berufsorientierung sei wichtig, um "Brüche in den Bildungsbiografien" zu vermeiden. Viel Zeit würden Schülerinnen und Schüler zudem verlieren, "wenn Eltern ihren Nachwuchs auf Biegen und Brechen aufs Gymnasium schicken wollen und zu spät merken, dass es der falsche Weg war."

Ausbildung oder Studium?

Apropos Gymnasium: Der Blick auf die Zahlen sorgte bei Frank Wagner, Präsident der Handwerkskammer, für Freude: Rund 15 Prozent der neuen Auszubildenden sind Gymnasiasten - fast doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. "Unsere Arbeit trägt Früchte. Vor zwei Jahren haben wir eine Mitarbeiterin eingestellt, die den Schülern vor Ort Alternativen zur akademischen Laufbahn aufzeigt." Es gehe aber nicht darum, mehr Gymnasiasten ins Handwerk zu bringen, sondern die nach wie vor hohe Zahl der Studienabbrecher zu senken, entgegnete LASUB-Präsident Ralf Berger. Zudem gebe es nach der Ausbildung immer noch die Möglichkeit, ein Studium anzuhängen. Das gilt in Zukunft übrigens auch für Oberschüler, die sich für das sogenannte Berufsabitur entscheiden. Dabei wird die Ausbildung auf vier Jahre gestreckt, um nebenbei das Abitur erwerben zu können. Das Angebot soll es erstmals ab dem Schuljahr 2019/20 für die Ausbildung zum Elektroniker geben.

In diesem Beruf verzeichnete die Handwerkskammer in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg an Auszubildenden, ebenso in den Berufen Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Zimmerer und Kraftfahrzeugmechatroniker. Nahezu verdoppelt hat sich die Zahl der neuen Lehrverträge im Straßenbauer-Handwerk. Einen deutlichen Rückgang von 146 auf 113 neue Lehrverträge im Vergleich zu 2017 verzeichnet der Ausbildungsberuf Friseur/Friseurin.