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Schweinepest: Weiterer infizierter Tierkadaver gefunden

Tierseuche "Erfolgreiche Fallwildsuche führt zur Eindämmung"

In Sachsen gibt es einen weiteren Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP). Ein bei der Fallwildsuche in der als gefährdetem Gebiet ausgewiesenen Restriktionszone im Landkreis Görlitz gefundenen Kadaverteil wurde bei Laboruntersuchungen sowohl in der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen als auch im Friedrich-Loeffler-Institut das ASP-Virus festgestellt. Damit erhöht sich die Zahl der ASP-Fälle in Sachsen auf 16. Der Fund wurde wie alle anderen vorher in unmittelbarer Nähe der Neiße, östlich des jüngst errichteten festen Wildschweinabwehrzauns festgestellt. Sämtliche in den aktuellen Allgemeinverfügungen der Landesdirektion Sachsen festgelegten Maßnahmen im gefährdeten Gebiet und in der Pufferzone bleiben gültig. Anpassungen sind nicht nötig.

Fallwildsuche ist der Schlüssel zur Eindämmung der Seuche 

Sozialministerin Petra Köpping erklärt: "Wir sind nicht überrascht von dem positiven ASP-Fund. Es war zu erwarten, dass bei der intensiven Fallwildsuche weitere infizierte Tiere entdeckt werden würden. Um die Tierseuche zu bekämpfen und in der jetzigen Infektionszone einzudämmen ist es nötig, dass alle Wildschweine gefunden werden und das Gebiet von Wildschweinen befreit wird. Eine erfolgreiche Fallwildsuche ist dafür der Schlüssel. Nur so können wir eine Ausbreitung der Seuche auf ganz Sachsen verhindern."

Nach drei Zyklen der Fallwildsuche wurden bisher insgesamt 70 Kadaver oder Kadaverteile von Wildschweinen gefunden. Von diesen 70 Funden entfallen 37 auf den Truppenübungsplatz der Bundeswehr und wurden alle negativ befundet oder waren auf Grund des weit fortgeschrittenen Zersetzungsgrades nicht auswertbar. Außerhalb des militärischen Gebietes wurden 33 Fallwildfunde gemeldet, von denen bisher 15 ASP-positiv sind. Alle bisher positiven ASP-Fälle befinden sich in der Gemeinde Krauschwitz und erstrecken sich einer Perlenkette gleich zwischen Sagar und Werdeck.

Zaun soll die Verbreitung eindämmen

Insgesamt sind um das gefährdete Gebiet zirka. 90 Kilometer fester Zaun installiert, davon 56 Kilometer an der deutsch-polnischen Grenze zwischen der Landesgrenze zu Brandenburg im Norden und der Autobahn A4 bei Görlitz im Süden. Die Planungen für die Zäunung des erweiterten gefährdeten Gebietes im nordwestlichen Bereich bei Bad Muskau mit einer Länge von weiteren zirka 16 Kilometern sind abgeschlossen. Mit den Vorbereitungsarbeiten in Form des Ausforstens der Trasse, wurde bereits in der vergangenen Woche begonnen.

Aktuell gibt es in Sachsen damit 16 amtlich bestätigte Fälle von ASP bei Wildschweinen. Der erste Fall ist am 31.10.2020 bei einem erlegten Tier bestätigt worden. Die ASP ist eine ansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine), die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über vom Schwein stammende Lebensmittel (Fleisch, Wurst) sowie über kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge) und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich.